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Kommentar

Feinstaub aus der Landwirtschaft: Ernster Vorwurf auf dünnen Stelzen

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Ralf Stephan, LAND & Forst
am
24.01.2019

Landwirtschaft verkürzt Leben, behauptet ein TV-Magazin. Ein ernster Vorwurf, findet LAND & Forst-Chefredakteur Ralf Stephan.

Studie zeigt die hohe Feinstaubbelastung durch die Landwirtschaft

Die Redaktion des ARD-Magazins „Monitor“ sendete am Eröffnungsabend der Grünen Woche einen Bericht über Feinstaub, der aus Ammoniak entsteht. Anlass war eine Studie des renommierten Max-Planck-Institutes.

Aus der Studie würde hervorgehen, dass in Deutschland wegen der Feinstaubbelastung 120.000 Menschen vorzeitig sterben, sagte die Redaktion. Weil 45 % des Feinstaubs aus der Landwirtschaft kämen, gingen also 50.000 vorzeitig Verstorbene auf die Landwirtschaft, vorwiegend die Tierhaltung, zurück.

Feinstaubbelastung: Schuld der Landwirtschaft

Aus der Studie würde hervorgehen, dass in Deutschland wegen der Feinstaubbelastung 120.000 Menschen vorzeitig sterben, sagte die Redaktion. Weil 45 % des Feinstaubs aus der Landwirtschaft kämen, gingen also 50.000 vorzeitig Verstorbene auf die Landwirtschaft, vorwiegend die Tierhaltung, zurück.

Aus gutem Grund fordert der Gesetzgeber immer zügigeres Einarbeiten von Gülle in den Boden, Luftfilter auf größeren Ställen oder Abdeckungen auf Güllelagern. All dies erfordert entweder hohe Investitionen oder erhebliche Umstellungen in Produktionsabläufen, meist sogar beides. Trotzdem bleiben Lebensmittel günstig.

Das alles könnte man dem Vorwurf entgegenhalten, Landwirte würden mehr oder weniger leichtfertig das Leben ihrer Mitmenschen beeinträchtigen. Ebenso die Tatsache, dass in Deutschland weniger Tiere gehalten werden als vor hundert Jahren, das Argument der „Massentierhaltung“ also nicht ziehen kann. Oder dass Filter in solchen Ställen nichts bringen, die mit mehr frischer Luft auch mehr Tierwohl hineinbringen sollen.

Vorwurf zeigt Lücken

Eine Diskussion macht nur Sinn, wenn die Erkenntnisse, auf die sich die Monitor-Redaktion beruft, zugänglich sind. Die Studie fasst offenbar die Ergebnisse bisheriger Studien zusammen, liegt aber noch nicht vor. Was bisher laut wurde, lässt Zweifel aufkommen.

Aus Schätzungen die Zahl möglicher Todesopfer hochzurechnen, ist eine sehr umstrittene Methode. Sie wurde schon vor einem Jahr, als es um Diesel-Feinstaub ging, von Mathematikern als statistisch falsch bezeichnet. Dass das namhafte Max-Planck-Institut sie verwendet, ist fast nicht zu glauben.

Genau, wie die Mengen an Feinstaub, die es angeblich zu Grunde legt. Selbst das Umweltbundesamt operiert mit niedrigeren Zahlen. Davon aber war bei Monitor nichts zu sehen. Ebenso fehlte ein Vergleich der Lebenserwartung im Landkreis Cloppenburg mit anderen Landkreisen. Wohl aus gutem Grund.

Mehr zum Thema Feinstaub in der Landwirtschaft lesen Sie hier...

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