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Sauenhaltung

Kastenstand: Praktikable Alternativen gesucht

Sauen im Kastenstand
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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
08.12.2016

Das Urteil aus Magdeburg zum Thema Kastenstand hat die Sauenhalter verunsichert. In der LAND & Forst 49/16 berichten wir über mögliche Konsequenzen.

Sauen im Kastenstand muss ermöglicht werden, zu jeder Tages- und Nachtzeit eine Liegeposition einzunehmen, bei der die Gliedmaßen auch an dem vom Körper entferntesten Punkt nicht an Hindernisse stoßen. So interpretiert das Verwaltungsgerichtsurteil den Wortlaut des § 24 (Absatz 4 Nr. 2) der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung. Das Durchstrecken der Beine in den benachbarten Kastenstand wurde in dieser Entscheidung nicht mehr anerkannt.

Jeden zweiten Kastenstand freihalten?

Um die Probleme aufzulösen, gibt es die Möglichkeit, die Kastenstände so zu konstruieren, dass der gerichtlichen Formulierung entsprochen wird oder die Dauer der Kastenstandhaltung zu verkürzen. Jeden zweiten Kastenstand frei zu lassen, wie das verschiedene Konzeptpapiere zur Vermeidung von Baumaßnahmen vorschlagen, kommt einer Reduktion der Herdengröße um 50 % gleich. Dieser Vorschlag ist wirtschaftlich gesehen völlig abwegig.

Zeitlich verkürzte Haltung im Kastenstand

Bei der vom Tierschutz favorisierten Alternative einer zeitlich verkürzten Kastenstandhaltung sind viele Fragen offen. Die bislang genehmigte Praxis einer Kastenstandhaltung bis zum 28. Trächtigkeitstag ist vor allem der Stabilität biologischer Leistungen und der Arbeitswirtschaft sowie der Arbeitssicherheit geschuldet.

Eine Fixierung im unmittelbaren Zeitraum der Brunst ist nicht nur für optimale Besamungsergebnisse (Brunsterkennung, Eberkontakt) erforderlich. Sie dient auch dem Schutz von Mensch und Tier vor Verletzungen.

Brunstverhalten von Sauen ist verletzungsgefährlich

Die von Tierschützern geforderte Ausübung des Brunstverhaltens ist in erster Linie verletzungsgefährlich, insbesondere auf Spaltenboden. Auf Stress durch Rangordnungskämpfe reagieren vor allem nicht und nicht vollständig in die Gebärmutter implantierte Embryonen bis zum 21. Trächtigkeitstag. Deshalb ist eine Voreinstellung der Rangordnung in einer klauenfreundlichen Arena (z.B. auf Stroh) unmittelbar nach dem Absetzen der Ferkel erforderlich.

Werden die Sauen dort 48 Stunden gehalten, dann ist neben dem hohen Platzbedarf (4 bis 5 m²/Sau) auch eine Futter- und Wasserversorgung vorzusehen. Dann kann mit der eigentlichen Gruppenhaltung auch unmittelbar nach dem Abklingen der Brunstsymptome begonnen werden.

Verkürzte Kastenstandhaltung mit baulichen Konsequenzen

Relativ ungefährdet für Stress durch Rangordnungskämpfe der Mütter sind implantierte Embryonen, allerdings mit Abstrichen auch solche, die die Gebärmutter noch nicht erreicht haben. Der zeitige (< 7 Tage) und der späte Termin (> 21 Tage) sind deshalb für den Beginn der Gruppenhaltung besser als einer dazwischen (z.B. 14 Tage p.i.).

Der frühe Beginn der Sauen in Gruppenhaltung, bzw. die verkürzte Kastenstandhaltung hat bauliche Konsequenzen, weil der Platzanspruch der Gruppenhaltung bis zu 40 % größer ist.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst 49/16. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

Mit Material von Dr. Eckhard Meyer

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