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Plakataktion

Landvolk: Kampagne des Umweltministeriums stoppen

Bauernregel
Viele Landwirte haben aus Ärger eigene Bauernregeln entworfen, wie auch Katrin und Lukas Bangert aus Hessen. © Katrin Bangert
von , am
06.02.2017

Niedersachsens Landwirte sind empört über die "Neuen Bauernregeln" vom Bundesumweltministerium. Das Landvolk fordert einen sofortigen Stopp der Plakat-Kampagne.

Die Plakataktion "neue Bauernregeln" des Bundesumweltministeriums empört die Bauern in Niedersachsen: "Mit ihren ‚neuen Bauernregeln‘ hat sich Bundesumweltministerin Barbara Hendricks im Ton sehr deutlich vergriffen", beschrieb Landvolkpräsident Werner Hilse die wohl spaßig gemeinte Kampagne.

Die elf "Neuen Bauernregeln" sollen in 70 deutschen Städten plakatiert werden. Unter anderem wird gereimt: "Zu viel Dünger, das ist Fakt, ist fürs Grundwasser beknackt." Oder: "Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein."

Sofortiger Stopp der Kampagne des Bundesumweltministeriums gefordert

Diese sehr pauschalen Beleidigungen würden jede Bäuerin und jeden Bauern in ihrer Ehre treffen. Das Landvolk verlangt eine Entschuldigung und den sofortigen Stopp der von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks gestarteten Kampagne „Gut zur Umwelt. Gesund für alle“.

Landvolk Niedersachsen: Gesamter Berufsstand diffamiert

Mit äußerst platten Bauernregeln in dem Stil von "Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein" diffamiert sie nach Einschätzung des Landvolkes pauschal einen gesamten Berufsstand. Information wird hier zum Wahlkampf umgemünzt, und das auch noch auf Kosten der Steuerzahler.

Frau Hendricks lasse jeglichen Respekt vermissen und trete Dialogangebote zu einem ehrlichen Ausgleich von Landwirtschaft und Naturschutz brutal mit Füßen. "Das ist nicht die Art von Fairness und respektvoller Auseinandersetzung, die SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz vor wenigen Tagen für den Wahlkampf angekündigt hat", kritisierte Hilse.

Bauernregeln á la Hendricks lassen Tiefe vermissen

Landwirte wüssten die Aussagekraft überlieferter Bauern- und Wetterregeln einzuschätzen. Diese spiegelten zugleich die intensive Beschäftigung mit der Natur und der Umwelt wider. Die äußerst flachen und niveaulosen Bauernregeln à la Hendricks ließen diese Tiefe dagegen vermissen.

Die Interessengemeinschaft Deutscher Schweinehalter mit Sitz in Damme ist ebenfalls empört über die "Verunglimpfung" und hat sich schon einen Gegenschlag ausgedacht. Der Verband sammelt Geld für eine eigene Plakatkampagne. "Fährt Frau Hendricks ihren A8, lässt sie den Umweltschutz gern außer Acht", reimen die Schweinehalter auf ihrer Internet-Seite.

Mit Material von Landvolk Pressedienst, dpa
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