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Milchmarkt

Landvolk: Wie Marktpartner ihre Lieferbeziehungen regeln sollten

Dieser Artikel ist zuerst in der LAND & Forst erschienen.

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Milchviehhaltung
© pixabay
von am
09.02.2018

Enorme Preisschwankungen am Milchmarkt, eine Trendwende wird herbeigesehnt. Das Landvolk Niedersachsen hat jetzt milchpolitische Zielsetzungen veröffentlicht.

Enorme Preisschwankungen von 30 Prozent und mehr stellen die Milchviehhalter vor große Herausforderungen. Im Preistal gibt es immer wieder viele Vorschläge, um eine Trendwende an den Märkten herbeizuführen.

Der Milchausschuss im Landvolk Niedersachsen hat deshalb ein Papier mit grundsätzlichen Positionen erarbeitet. Ihm sei es wichtig, betonte Ausschussvorsitzender Jan Heusmann in der Vorstandssitzung des Landvolkes, diese Grundsatzpositionen zu definieren und festzuhalten.

Der Ausschuss hat insgesamt acht Kernforderungen formuliert:

  1. Rechtlich verordnete Mengenbeschränkungen sind abzulehnen.
  2. Lieferbeziehungen sind von den Marktpartnern zu gestalten. Die Ausgestaltung von Instrumenten für eine gezielte marktkonforme Mengenanpassung muss in der Verantwortung der Molkereien und ihrer Mitglieder bzw. deren Milchlieferanten liegen.
  3. Mehr Unterstützung bei der Erschließung von Exportmärkten. Die Politik kann die Wirtschaftsbeteiligten darin unterstützen und Rahmenbedingungen für harmonisierte Handelsbedingungen schaffen. Der Verständigung auf gegenseitig akzeptierte Qualitätsnormen und Kontrollstandards kommt eine immer größere Bedeutung zu.
  4. Marktinformation und Kommunikation müssen verbessert werden.
  5. Die Gesetzgebung muss sich an der ökonomischen Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit orientieren. Nationale Standards und Normen müssen sich am internationalen Umfeld orientieren. Für gesellschaftliche Mehrleistungen auf nationaler Ebene muss auch die Akzeptanz für eine höhere Honorierung geschaffen werden.
  6. Instrumente zur Preisabsicherung verstärkt zur Umsetzung bringen. Die Marktpartner sind stärker denn je gefordert, in stark volatilen Märkten Angebote für Milcherzeuger zu entwickeln, die dabei helfen, das Liquiditätsrisiko in Phasen der Preisdepression zu überbrücken.
  7. Rahmenbedingungen müssen so gestaltet sein, dass Schwankungen in den Betriebsergebnissen, die z. B. aus Marktstörungen, Klima- und Unwelteinwirkungen resultieren, über einen größeren Bemessungszeitraum ausgeglichen werden können.
  8. Regionalität dort stärken, wo Mehrwert erzielt werden kann.
Mit Material von Landvolk Niedersachsen

Hier das Grundlagenpapier zur Milchpolitik vom Landvolk zum Download

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