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Niedersachsens Umweltminister fordert nationalen Klimaschutzplan

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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
16.08.2019

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies drückt beim Klimaschutz aufs Tempo. Er fordert einen nationalen Klimaschutzplan.

Zu einer Kehrtwende in der Klimapolitik hat Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies den Bund aufgefordert. „Wir brauchen in Deutschland endlich einen nationalen Generalplan zum Klimaschutz“, sagte der SPD-Politiker. Er warb zudem für einen schnelleren Kohleausstieg.

Wer jetzt noch immer nicht verstanden habe, dass der Kampf gegen den Klimawandel oberste Priorität hat, der werde die drohenden Folgen hautnah zu spüren bekommen. Das ehrgeizige Ziel für den Kohleausstieg müsse 2030 sein, betonte der Minister. Bisher ist der Kohleausstieg bis zum Jahr 2038 geplant.

Angekündigtes Klimaschutzgesetz nach Sommerpause

Als drohende Folgen des Klimawandels nannte Lies „überflutete Deiche, baumlose Gebirgslandschaften und ein Wetter, bei dem sich Stürme, Dürren und Überschwemmungen abwechseln“. Man befände sich an einem historischen Punkt in der Geschichte der Menschheit, um den CO2-Gebrauch zu reduzieren. Voraussetzung dafür sei eine komplette Umstellung der Energieversorgung auf Erneuerbare.

Allerdings steht auch auf Landesebene das angekündigte Klimaschutzgesetz noch aus. Das werde sich nach der Sommerpause ändern, kündigte der Minister erneut an. Unter anderem solle es mehr Geld für die Aufforstung der Wälder geben sowie ein Wassermanagement, mit dem das überschüssige Wasser bei Starkregen für Dürreperioden vorgehalten werden kann.

Erderwärmung in Niedersachsen bei 1,6 Grad Celsius

Dem Schutz der Wälder und Moore räumte der SPD-Politiker dabei besondere Bedeutung ein. Beide sind wichtige CO2-Speicher, sie binden Kohlenstoff. Aber sowohl Wälder als auch Moore sind in Gefahr. Von einem drohenden „Waldsterben 2.0“ ist bereits die Rede, in Niedersachsen sind vor allem Fichten und Buchen betroffen. Als Gründe gelten neben dem Borkenkäfer vor allem Stürme und Dürre.

Hinzu kommt die Erderwärmung, die in Niedersachsen nach Angaben des Umweltministeriums bereits 1,6 Grad erreicht hat. Für das schwedische Modell, für jeden gefällten Baum drei neue zu pflanzen, habe er daher Sympathie, sagte Lies. Auch Baumpatenschaften könnten helfen, die Bedeutung der Bäume für das Klima gesellschaftlich zu verankern.

Piel: Nur Aufforstung reicht nicht

Am Mittwoch hatten die Grünen von der Landesregierung einen Aktionsplan zur Rettung der Wälder gefordert. In einem Interview der "Braunschweiger Zeitung“ (15. August) sagte die Parteivorsitzende Anja Piel jedoch, es reiche nicht aus, nur auf die Aufforstung zu schauen.

„Sich für die Klimarettung allein mit der Aufforstung zu befassen, ist natürlich Nonsens“, betonte Piel. Sie verwies dazu etwa auf eine nachhaltige Tierhaltung in der Landwirtschaft, die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs und den Ausbau der Solarenergie.

Mit Material von Deutsche Presseagentur
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