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Hitzewelle

Niedersachsens Umweltminister ruft zu mehr Klimaschutz auf

Trockenstresssymptome-Mais
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Ralf Stephan, LAND & Forst
am
26.07.2018

Wetterextreme verursachen inzwischen beachtliche wirtschaftliche Schäden. Für Umweltminister Olaf Lies (SPD) ist die Zeit für Sonntagsreden vorbei.

Angesichts der anhaltenden Dürre in Niedersachsen hat Umweltminister Olaf Lies auf die Folgen des Klimawandels hingewiesen. Klimawandel sei eine schleichende Entwicklung und werde oft nicht im Alltag wahrgenommen. „Die Wetterextreme der letzten Jahre führen uns allerdings dramatisch die Auswirkungen vor Augen“, sagte Lies.

Regen und Trockenheit: Millionenschäden in Niedersachsen

Als Beispiele nannte er das Tief "Alfred", das vor einem Jahr extreme Regenmengen vor allem im südlichen Niedersachsen verursachte. Damals gab es durch Hochwasser Millionenschäden für Hausbesitzer und Kommunen. Jetzt verursachen Hitze und Trockenheit Schäden für die Landwirtschaft und die Infrastruktur, stellte der SPD-Politiker fest.

Niederschlagsmengen im Südosten von Niedersachsen

Niederschlagsmessstationen im südöstlichen Teil von Niedersachsen weisen nach Lies‘ Angaben folgendes aus:

  • Von Mai bis Mitte Juli 2018 sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur etwa ein Viertel bis ein Drittel des zehnjährigen mittleren Niederschlags gefallen.
  • Die niederschlagsärmste Station für den Zeitraum Mai bis Mitte Juli 2018 ist Braunschweig-Völkenrode mit 55 mm Niederschlag gegenüber rund 200 mm im zehnjährigen Mittel.

Ernteeinbußen, Futtermangel und Waldbrandgefahr

Lies verwies auf die sich abzeichnenden Ernteeinbußen und den Futtermangel in Milch- und Mastbetrieben sowie die extrem hohe Waldbrandgefahr. "Diese Beispiele machen uns deutlich, wie vielfältig die Betroffenheit bereits ist", so der Umweltminister.

Er forderte dazu auf, die Klimaauswirkungen in den niedersächsischen Regionen auf der Grundlage neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse zu analysieren und daraus Anpassungsmaßnahmen abzuleiten.

Klimakompetenzzentrum der Landesregierung

Die Landesregierung werde ein Klimakompetenzzentrum einrichten, das Grundlagen zum Klimawandel und daraus abgeleitete Anpassungsmaßnahmen erarbeitet. "Digitalisierung und Infrastrukturausbau bleiben wichtige Themen, funktionieren wird das System aber nur, wenn wir es in Einklang mit der Bewahrung unserer Lebensgrundlage bringen."

Als Beispiel nannte Lies die konsequente Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien.

Mit Material von Umweltministerium Niedersachsen

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