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Kommentar

Nicht nur Sache der Jäger

LAND & Forst-Chefredakteur Ralf Stephan
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Ralf Stephan, LAND & Forst
am
01.03.2018

Soll es dem Schwarzwild erfolgreich an die Schwarte gehen, muss sich zwischen Landwirten und Jägern noch vieles ändern.

Genau 40 Wildschweine sollen es gewesen sein, die sich im Mais eines nur fünf Hektar großen Schlages versteckt hielten. Nachdem sich Schützen postiert und Treiber mit ihren Hunden den Bestand „durchgedrückt“ hatten, lagen 35 Schwarzkittel auf der Strecke.

Jägerlatein? Was der junge Waidmann dem Reporter des Bayerischen Rundfunks (BR) berichtet, lässt selbst diese unglaubliche Erfolgsmeldung glaubwürdig erscheinen: Die Jäger bedienten sich modernster Technik, um das Wild aufzuspüren. An Drohnen installierte Wärmebildkameras verrieten ihnen den exakten Aufenthaltsort der Rotte. Wenn sich dann noch mehrere sichere Schützen finden, ist der Erfolg so gut wie sicher.

Der auf der Youtube-Plattform abgelegte BR-Filmbericht sorgt für Gesprächsstoff. Denn er zeigt, was möglich ist, wenn nicht nur Jäger gemeinsam handeln, sondern auch Landwirte eng mit ihnen zusammenarbeiten. Dann findet sich sogar ein Weg, die extrem teure Wärmebildtechnik zu bezahlen. Aus Bayern wird berichtet, dass sich Landwirte an diesen Investitionen beteiligen, um das gemeinsame Problem in den Griff zu bekommen.

Warum Wildschweinpopulationen ständig anwachsen

Es gibt zahlreiche Gründe, warum es in den vergangenen Jahren nicht möglich war, das ständige Anwachsen der Wildschweinpopulationen aufzuhalten. Klimaerwärmung, einseitige Fruchtfolgen mit Raps und Mais gehören dazu, aber auch die völlig andere Sicht von Förstern und Waldbesitzern auf das Schwarzwild, von Jagdeinschränkungen in Schutzgebieten ganz zu schweigen.

Afrikanische Schweinepest sitzt allen im Nacken

Wenn es nun gelingen soll, weil die Afrikanische Schweinepest allen gleichermaßen im Nacken sitzt, dann muss wieder mehr Gemeinsamkeit her. Darum haben Deutscher Bauernverband und Deutscher Jagdverband an Landwirte appelliert, die Bejagung des Schwarzwildes zu unterstützen.

Mit Raps- und Maiskulturen ausreichend Abstand zur Waldkante zu halten, sollte das Mindeste sein. Wo sonst keine Chance besteht, Sauen ins Visier zu nehmen, müssen auch Jagdschneisen her. Dank der Mischcodes kann das „prämienunschädlich“ erfolgen. Nebenbei lässt sich dort mit preiswerten Mischungen Gutes für Niederwild, Vögel und Insekten tun.

Mit ASP geht es um andere Dimensionen

Bislang ging es um den Wildschaden, den die Schwarzkittel anrichten konnten. Nicht alle Landwirte sind ihrer Pflicht, an der Schadensminderung mitzuwirken, immer mit der nötigen Konsequenz nachgekommen. Hier tut Umdenken dringend Not.

Mit der Afrikanischen Schweinepest geht es um ganz andere Dimensionen. Bauern und Jäger stehen gemeinsam in der Verantwortung.

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