Login
Landesregierung

Was plant die neue Landwirtschaftsministerin in Niedersachsen?

Otte-Kinast-Niedersachsen-Landwirtschaftsministerin
Thumbnail
Redaktion LAND&Forst, LAND & Forst
am
16.11.2017

Die große Inszenierung gehört nicht zu ihrem Repertoire. LAND & Forst sprach mit Niedersachsens künftiger Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast.

Die große Inszenierung gehört nicht zu ihrem Repertoire. Für Barbara Otte-Kinast, die künftige Landwirtschaftsministerin von Niedersachsen, ist es ungewohnt, wenn sie Gratulationen als „Frau Ministerin“ erhält. „Das fühlt sich noch komisch an“, sagt sie.

Seit heute Morgen, als die Zusammensetzung des neuen niedersächsischen Kabinetts bekannt gegeben wurde, ist klar, dass sich für die CDU-Kommunalpolitikerin aus Beber (Hameln-Pyrmont) ab Mittwoch, 22. November, viel verändert. Dann erfolgt um 10 Uhr ihre Vereidigung als Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Otte-Kinast gehört dem Kabinett von Stephan Weil (SPD) an, das in einer Großen Koalition regiert. Danach ist sie für rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verantwortlich.

Was will die zukünftige Landwirtschaftsministerin?

„Zuerst geht es um die Düngeverordnung und um das Tierwohl“, sagte die 53-Jährige. Sie will Menschen mit Fachverstand an einen runden Tisch holen, um die Themen zu erörtern.

Zweites wichtiges Anliegen: Dorfentwicklung. Dazu Otte-Kinast: „Unsere Dörfer sollen leben. Wer Familien für das Landleben begeistern will, der muss nicht nur Breitband anbieten, sondern auch die Kinderbetreuung, damit die jungen Frauen arbeiten gehen können.“ Zunächst einmal will sie aber ihre Mitarbeiter kennenlernen und „genau zuhören.“

Früher Besucherin, jetzt Landwirtschaftsministerin

Ihren Dienstsitz an der Calenberger Straße in Hannover kennt Barbara Otte-Kinast bisher nur als Besucherin. Regelmäßig war sie als Präsidentin des Niedersächsischen Landfrauenverbandes (NLV) dort zu Besuch, um über Fördermittel für Projekte zu sprechen. Nun sitzt sie auf der anderen Seite des Tisches.

Die CDU hatte sie im August als Schattenministerin ins Rennen geschickt. Ein gut platzierter Coup, denn Otte-Kinast verkörpert so etwas wie den Gegenpol zu ihrem Vorgänger, den perfekten „Anti-Meyer“. Eine moderne Frau, eloquent und liberal-konservativ.

Die Mutter dreier Kinder ist ist Hauswirtschaftsleiterin. Landwirtschaft war ihr im wahrsten Sinne des Wortes in die Wiege gelegt. Sie stammt von einem Ackerbaubetrieb aus Ehmen (Wolfsburg-Fallersleben).

Vom Milchviehbetrieb ins Landwirtschaftsministerium

Nach der Heirat mit Jürgen Kinast führt sie mit ihm den Milchviehbetrieb. 100 Milchkühe plus Nachzucht gehören zu ihrem Aufgabengebiet. „Jetzt ist erstmal Milchkontrolle dran“, beendet sie das Interview mit der LAND & Forst.

Ob sie für die Hofarbeit künftig noch Zeit findet, weiß sie nicht. „Aber im Stall kommen mir oft gute Gedanken, das erdet einen“, weiß sie. Als NLV-Präsidentin war sie Kraft Amtes Mitglied im Vorstand des Landvolks Niedersachsen und bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Zwei Gremien, die noch an ihrer Frauenquote arbeiten.

Nun wird sie bei der Kammerversammlung Ende November das Grußwort als Ministerin sprechen. „Und darauf freue ich mich“, sagte Otte-Kinast.

Auch interessant