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Kommentar

Rodewalder Wolfsrudel: Klare Regeln helfen dem Artenschutz

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Ralf Stephan, LAND & Forst
am
07.02.2019

Die Aufregung um die Freigabe des Wolfsrüden im niedersächsischen Rodewald belegt, dass die aktuellen Kriterien nicht ausreichen.

Es klingt sonderbar: Gerade die Entscheidung des niedersächsischen Umweltministers, den auffälligen Leitwolf des Rodewalder Rudels zu töten, macht deutlich, dass die derzeitigen Regeln für die Entnahme solcher Tiere nicht genügen.

Denn gäbe es klare, nachvollziehbare Vorgaben, bliebe allen die Aufregung darum erspart.

Auf amtliche Anordnung: Wolf zum Abschuss freigeben

Derzeit kann ein Wolf auf amtliche Anordnung zum Abschuss freigegeben werden, wenn er mehrfach Nutztiere gerissen und dabei als "wolfssicher" geltende Zäune überwunden hat. Das war bei diesem Wolf im Landkreis Nienburg der Fall. Die Behörde muss dann alle Möglichkeiten prüfen, weiteren Schaden von den Weidetierhaltern abzuwenden. Auch das ist geschehen.

Schwammige Vorgaben zum Abschuss von Wölfen

In Deutschland wurden bisher erst vier Wölfe für den Abschuss freigegeben, die Menschen gefährlich nahe kamen oder massive wirtschaftliche Schäden verursachten. Dass es nicht mehr sind, liegt nicht an vernachlässigbaren Schäden oder Gefahren.

Vielmehr sind die Vorgaben so schwammig, dass jeden Politiker, der die Entscheidung zu vertreten hat, vor allem Mut und ein festes Wesen auszeichnen müssen.

Illegales Handeln: Vorwurf an Umweltminister

Der Vorwurf des illegalen Handelns an Umweltminister Lies war zu erwarten. Auch, dass die Grünen und der Nabu die Schuld an den Rissen den Tierhaltern selbst zuweisen, da sie den Herdenschutz vernachlässigt hätten, überrascht nicht wirklich. Und falls sich diese Behauptungen als nicht belastbar erweisen, wird das ultimative Argument gleich dazugepackt: Nach Ansicht der Grünen dürften nur besenderte Wölfe erlegt werden; sie könnten sonst womöglich verwechselt werden.

Zu wenig Verständnis für die Belange der Weidetierhalter

Müsste also erst die gesamte Population besendert werden, bevor überhaupt ein gefährliches Einzeltier entnommen werden dürfte? Oder sollte man den auffälligen Wolf erst einfangen, um ihm einen Sender umzuhängen, damit man ihn später zweifelsfrei ansprechen kann?

Das ist – mit Verlaub – lächerlich und wird dem Ernst der Lage nicht gerecht. Der Einwand beweist lediglich, dass auf Seiten des organisierten Artenschutzes entgegen aller Bekundungen immer noch zu wenig Verständnis für die Belange der Weidetierhalter besteht.

Auffällige Wölfe: Problemfälle angemessen lösen

Genau deshalb müssen die Regeln für den Umgang mit auffälligen Wölfen deutlicher gefasst werden. Solche Problemfälle angemessen zu lösen, darf nicht länger ein Politikum sein.

Denn bei Lichte besehen haben sowohl Landwirtschaft als auch Artenschutz viel größere Herausforderungen vor sich, als der Wolf in der Kulturlandschaft bei vernünftigem Herangehen eine sein müsste.

In der vergangenen Woche hat das Umweltministerium einen Wolf aus dem Rodewalder Rudel zum Abschuss freigegeben...

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