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Berufsschule

Schulpreis für BBS: Ein Erfolg auch für die stillen Helfer

Dieser Artikel ist zuerst in der LAND & Forst erschienen.

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von , am
02.06.2017

Eine Berufsschule erhält den Deutschen Schulpreis. Dass sich die „Ehemaligen“ hier stark engagieren, ist kein Zufall. LAND & Forst-Chefredakteur Ralf Stephan kommentiert.

LAND & Forst-Chefredakteur Ralf Stephan © Philipp von Ditfurth

Beim Begriff „Zivilgesellschaft“ denkt man oft an merkwürdige Umfrageergebnisse. Oder an laute Proteste. Wenn Politiker sich auf sie berufen, wird erst recht unscharf, was die „Zivilgesellschaft“ eigentlich ist. Eine zweite Gesellschaft neben den demokratisch gewählten Gremien etwa? Und sind alle anderen dann unzivilisiert?

"Zivilgesellschaft" doppelt gemoppelt

Natürlich nicht, denn mit der zivilen Gesellschaft sind meist die Bürger gemeint – im Unterschied zu den Institutionen. Der Begriff ist also doppelt gemoppelt. Denn die Gesellschaft besteht ja aus Bürgerinnen und Bürgern, die frei entscheiden und handeln können.

Die einen nehmen gern an Umfragen teil oder protestieren auf der Straße. So werden sie als „die Zivilgesellschaft“ angesehen. Obwohl sie häufig nur ein kleiner Teil davon sind.

Ehemalige setzen sich für Berufsschule ein

Auf stillere Weise setzt sich ein anderer Teil der Bürger für das Funktionieren ihrer Gesellschaft ein. Sie sorgen dafür, dass sich Dorfkinder in Sportvereinen austoben können, oder steuern Seniorenbusse.

Oder sie unterstützen als „Ehemalige“ ihre früheren Ausbildungsstätten. Gerade unter den Absolventen landwirtschaftlicher Berufsschulen ist das in Niedersachsen eine schöne und hoch zu schätzende Tradition.

Berufsschule erhält Schulpreis

Dieser Tage horchte auch der Rest der Republik auf, als zum ersten Mal eine berufsbildende Schule aus den Händen der Bundeskanzlerin den Deutschen Schulpreis überreicht bekam. Deutschlands beste Schule des Jahres 2017 steht in Hameln!

„Diese Schule ist um Klassen besser“, lobt die Süddeutsche Zeitung, und Der Spiegel staunt: „An Deutschlands bester Schule sind Handys erlaubt!“ 2.000 Schüler aus 34 Nationen lernen hier auf eine Art und Weise, von der andere nur träumen können.

BBS mit aktivem Altschülerverein

Das ist in erster Linie das Verdienst der Leitung und der Lehrkräfte der Elisabeth-Selbert-Schule. Dass sie sich aber hauptsächlich um ihre Schüler kümmern können, daran haben auch viele stille Helfer im Hintergrund ihren Anteil - allen voran die 650 Mitglieder des Altschülervereins. Besonders aktiv sind dabei die ehemaligen Agrarschüler.

Die heutigen Landwirte, Berater, Behördenmitarbeiter oder Pensionäre unterstützen Schulaktivitäten, fördern Klassenfahrten, sammeln Spenden für Ausbildungsmaterial, organisieren Exkursionen und Fachvorträge. So halten sie den Pädagogen den Rücken frei für die Pädagogik und schaffen zugleich Praxisnähe.

Dieses „zivile“ Engagement trägt zweifellos zum Erfolg der Schule bei. Dass die meist im Stillen wirkenden Hamelner Altschüler jetzt für einen Moment mit im hellen Rampenlicht stehen, ist daher hoch verdient.

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