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Interview

Tierschutzplan: Umsetzbar nur mit den Praktikern

Barbara-Otte-Kinast
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Ralf Stephan, LAND & Forst
am
18.05.2018

Gegenwind, Niedersächsische Nutztierstrategie und Unzufriedenheit über die Arbeit der Agrarministerkonferenz: Ministerin Barbara Otte-Kinast im Interview.

Frau Ministerin, in den ersten fünf Monaten Ihrer Amtszeit gab es schon viel Gegenwind. Haben Sie mit ihm gerechnet?

Dass es ein Spagat wird, war mir von vornherein klar: Ich bin eine von den Bauern, aber die Ministerin für alle in Niedersachsen. Mit jeder Entscheidung, die ich treffe, könnte ich jemandem wehtun.
In einer Großen Koalition gibt es natürlich auch Reibungsthemen, zum Beispiel zwischen Landwirtschafts- und Umweltministerium. Das erfordert immer wieder gute Argumente, um am Ende das Beste für beide Seiten herauszuholen. Also: Mit Gegenwind habe ich natürlich gerechnet. Aber nicht in dieser Stärke und mit häufig wechselnder Richtung.

Konkretes Beispiel: Haben wir jetzt noch einen Tierschutzplan oder schon eine Nutztierhaltungsstrategie?

Die Aufregung überraschte mich. Es ging mir von Anfang an um eine Weiterentwicklung, um mit den bisherigen Ergebnissen des niedersächsischen Tierschutzplanes strategisch in die Betriebe gehen zu können. Auf Bundesebene spricht man schon seit 2016 von einer Nutztierhaltungsstrategie, ohne dass jemand ernsthaft meint, Tierschutz komme darin nicht vor.

Um alle wieder zu beruhigen, nennen wir es nun ‚Niedersächsische Nutztierstrategie – Tierschutzplan 4.0‘. Selbstverständlich ist der Tierschutz nicht beerdigt, und selbstverständlich geht es systematisch weiter.

Laut Ihrem Vorgänger sind 95 % des Tierschutzplanes abgearbeitet. Was kann denn nun noch kommen?

Vieles, was da auf das Papier gekommen ist, lässt sich in den Betrieben nicht umsetzen. Wir müssen konkreter werden, um den Tierschutz zu bekommen, den wir fordern und sehen möchten.

Deshalb haben wir jetzt nach Ablauf der ersten Phase des Tierschutzplanes alle, die bisher in den Ausschüssen mitgearbeitet haben, darum gebeten, mit im Boot zu bleiben. Die Verbände, die bisher beteiligt waren, werden nun festlegen, wen sie entsenden.

Worin besteht die Erweiterung?

Zum Beispiel gibt es zwei neue Projektgruppen. Eine befasst sich, unter anderem auch als Reaktion auf die Studie von Frau Professor große Beilage von der Tierärztlichen Hochschule Hannover, mit dem Nottöten und Schlachten. Außerdem ist mir das Thema Tiertransporte sehr wichtig. Eindeutig eine Erweiterung wird auch die Folgenabschätzung sein.

Das vollständige Interview lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 20/2018. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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