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Osnabrück

Veredlungstag 2017: Nur was machbar ist, darf ins Gesetz

Diskussionsrunde beim Veredlungstag des Deutschen Bauernverbandes in Osnabrück.
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Ralf Stephan, LAND & Forst
am
21.09.2017

Auf dem DBV-Veredlungstag in Osnabrück diskutierten Experten darüber, wie Tierhalter mehr für Tierwohl und Umweltschutz tun können – und was sie hindert.

„Recht darf nur werden, was in der Praxis auch machbar ist. Sonst geraten wir in die gleiche Lage wie die Autoindustrie und werden zum Betrügen regelrecht gezwungen.“ Davor warnte Dr. Wilfried Eckhof, Vorsitzender des Verbandes unabhängiger Sachverständiger im Agrar-Umweltbereich (VUSA), auf dem Veredlungstag des Deutschen Bauernverbandes (DBV) in Osnabrück.

Eckhof, Mitinhaber eines renommierten Ingenieurbüros in Brandenburg, appellierte an die Agrarverbände, sich vor diesem Hintergrund energisch in die Diskussionen mit Gesetzgeber und Behörden einzubringen. Als Beispiele nannte er die Definition der „besten verfügbaren Technik“ in der EU-Immissionsschutzrichtlinie oder die VDI-Richtlinie über Bioaerosole.

Rukwied: Einen Weg zur akzeptierten Nutztierhaltung finden

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, bekräftigte vor den Branchenvertretern aus ganz Deutschland das Ziel, „einen Weg für eine gesellschaftlich und politisch akzeptierte Nutztierhaltung zu finden, der das Tierwohl weiter verbessert und zugleich den Bauernfamilien eine unternehmerische Perspektive in offenen Agrarmärkten ermöglicht.“
 

Wie Rukwied stellten auch mehrere Diskussionsteilnehmer fest, dass Tierhalter derzeit immer wieder von Behörden in Bund und Ländern daran gehindert werden, mehr Tierwohl umzusetzen. Im Umwelt-, Bau- und Tierschutzrecht müsse, so Rukwied wörtlich „eine nationale Nutztierhaltungsstrategie für Planungssicherheit, Verlässlichkeit und wirtschaftliche Perspektive sorgen – und das für möglichst alle Betriebe."

Röring: Viel Zeit haben wir nicht!

Die Arbeit an dieser Strategie werde auch nach der Bundestagswahl kontinuierlich weitergehen, versicherte Dr. Werner Kloos, Leiter der Stabsstelle Nutztierhaltungsstrategie im Bundeslandwirtschaftsministerium. Auf das Anliegen, die Tierhaltung in Deutschland zukunftsfähig zu machen, habe der Wahlausgang nur wenig Einfluss. Einen konkreten Zeitplan für die Umsetzung nannte er nicht.
 

DBV-„Veredlungspräsident“ Johannes Röring forderte dagegen, zügig voranzugehen. „Viel Zeit haben wir nicht, die Betriebsleiter müssen handeln können“, stellte der Vorsitzende des Veredlungsausschusses fest.

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