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Kommentar

Wahlen: Umfragen oft nicht „Volkes Stimme“

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Ralf Stephan, LAND & Forst
am
17.11.2016

Nach den Wahlen in den USA stellt LAND & Forst-Chefredakteur Ralf Stephan sich die Frage, ob eine solche Überraschung auch bei uns möglich wäre.

Fast 80 % der Deutschen lehnen Gentechnik ab. Jeder zweite Verbraucher würde mehr Geld für garantiert sichere Lebensmittel ausgeben. 92 % der Lebensmittelkäufer bevorzugen Produkte aus ihrer Region. Das sind einige Ergebnisse von Umfragen aus den letzten drei Jahren. Sie gelten als repräsentativ. Auf ihrer Grundlage fielen politische Entscheidungen.

Spätestens seit dem 9. November weiß man, was Umfragen taugen. An diesem Tag wurde Donald Trump zum Präsidenten der USA gewählt. Ab Januar wird der Unberechenbarste aller Kandidaten der mächtigste Mann der Welt sein. Laut den Umfragen hätte das aber nicht passieren dürfen.

Seitdem fragt man sich: Kann „so etwas“ auch bei uns passieren? Einen Charakter wie Herrn Trump gibt es in Deutschland zwar (noch?) nicht. Dennoch bietet das deutsche Wahlsystem in seiner Kombination aus Verhältnis- und Mehrheitswahl mehr Sicherheiten, dass die Partei mit den meisten Wählerstimmen nicht als Verliererin dasteht.

 

Auch Deutsche unzufrieden mit aktueller Politik

Eines aber lässt sich nicht leugnen: Unzufriedenheit mit der aktuellen Politik gibt es auch in Deutschland. Gerade auf dem Land. Trump erhielt die Stimmen von 25,5 % der wahlberechtigten US-Amerikaner – bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern sammelte die sogenannte Alternative für Deutschland (AfD) 21 % ein, in manchen Wahlkreisen über 30 %.

Die mahnenden Stimmen werden lauter, die dazu aufrufen, wieder mehr auf die bislang schweigende Mehrheit zu achten. Auf der Bundesversammlung der Grünen am Wochenende in Münster forderte der Vorsitzende Özdemir seine Partei auf, nicht länger „Politik von oben herab“ zu machen.

Der Linken-Bundestagsabgeordnete Dehm aus Niedersachsen warnt seine GenossInnen vor dem „rosa-grünlichen Umerziehungsgehabe“ von SPD und Grünen, das keinen AfD- oder Nichtwähler für die Demokratie zurückgewinnen würde, auch wenn es noch so „mediengestützt“ daherkäme.

Kritische Analysen ernst nehmen

An kritischer Analyse in den eigenen Reihen fehlt es also nicht. Nun muss man nur noch anders damit umgehen als in den vergangenen Jahren. Sicher, auch für die Konservativen gilt, kritische Einzelstimmen selbst dann ernstzunehmen, wenn Umfragen ein scheinbar klares Bild liefern.

Ob Energiewende, Integration, Abschied vom Verbrennungsmotor oder nicht zuletzt Zukunft der Landwirtschaft – gerade auf dem Lande gibt es eine ganze Reihe von Themen, bei denen die betroffenen Menschen sich inzwischen zu wenig angehört fühlen.

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