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Silage

Rübenblattsilage bei Futterknappheit neu entdeckt

Rübenblattsilage zur Fütterung
am Montag, 15.10.2018 - 09:17

Tierhaltende Betriebe mit Futterknappheit können alternativ Rübenblätter nutzen. Hier ein Beispiel der Rodegemeinschaft Hannover-Land aus Neustadt.

Die langanhaltende Dürre seit April verursacht in vielen viehhaltenden Betrieben eine Futterknappheit und zwingt sie zum teuren Futterzukauf. Um hier entgegenzuwirken, hat sich die MR Agrarservice GmbH & Co. KG Rodegemeinschaft Hannover-Land, mit Sitz in Otternhagen bei Neustadt a. Rbge., auf Altbewährtes besonnen.

Die Mitarbeiter ließen einen der zwei neuen Rübenroder Holmer Terra Dos T4-40 mit einem Kombi-Schlegler und einem Blattband ausrüsten.

Zuckerrübenblattsilage als Futtermittel

Noch vor etwa dreißig Jahren war die Zuckerrübenblattsilage ein häufig eingesetztes Futtermittel in der Rindviehhaltung, bis sie durch den energiereicheren Mais abgelöst wurde.

"Die größte Schwierigkeit besteht in der Lagerung der Blattsilage. Hier sind feste Platten und Auffangbehälter für den Sickersaft notwendig", so Frank Heidemüller und Niklas Prasuhn, technische Einsatzleiter der Rode KG.

Daher ist dieses zusätzliche Angebot am besten für Biogasanlagen oder Biogasanlagen mit zusätzlicher Viehhaltung geeignet.

Rübenblatt als weitere Futterkomponente

Eingesetzt wurde das Blattband in der vergangenen Woche auf dem Betrieb Hartmann in Bokeloh bei Wunstorf. Familie Hartmann bewirtschaftet 140 Hektar Acker und 30 Hektar Grünland.

Bis September 2016 wurden 55 Kühe gemolken, anschließend wurde auf Färsenmast umgestellt. Die Biogasanlage mit einer Leistung von 250 kW ging 2011 ans Netz.

Der Betriebsleiter möchte das Rübenblatt als weitere Futterkomponente für seine Rinder nutzen. Das Sickerwasser wird der Biogasanlage zugeführt.

Lagerung ohne Abdeckung auf Siloplatten

Die Lagerung des Rübenblattes erfolgt ohne Abdeckung auf den Siloplatten der Biogasanlage. Eine Feldrandlagerung ist durch den Feldmietenerlass von 2015 problematisch, da Silagen über einen Trockensubstanzgehalt (TS) von mindestens 30 % verfügen müssen.

Erfahrungsgemäß beträgt der TS-Gehalt von Rübenblatt jedoch etwa 16 %. Das Blatt wurde kaum verdichtet, sondern lediglich mit einem Teleskoplader aufgesetzt.

Zuckerrübenblatt: Günstige und gute Alternative

Verfüttert wird es nicht direkt, erst nach etwa 14 Tagen. "Ich kann mir gut vorstellen, das Zuckerrübenblatt auch zukünftig als Futter für meine Färsen einzusetzen, da es sich um eine günstige und gute Alternative handelt", resümierte Johann Hartmann.

Einen weiteren positiven Nebeneffekt könnte die Blattbergung auch für die Nährstoffbilanz von Futterbaubetrieben haben.

Mehr zur Rübenblattsilage lesen Sie in der LAND & Forst 41/18.

LAND&Forst

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