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Agrarpolitik

Rukwied: Zusammen weiter kämpfen

von , am
15.01.2014

Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied gibt sich in Cadenberge sicher: "Landwirtschaft hat Zukunft" - global gesehen. Skeptisch ist er bei der Frage, ob die deutschen Bauern künftige Chancen nutzen können.

Mit einem Glas Milch stärken sich Volker Kamps (l.), Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Land Hadeln, DBV-Präsident Joachim Rukwied und der stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbandes, Heino Klintworth (r.), für zukünftige Herausforderungen. © Gerstenkorn
Er könne nur davor warnen, die Landwirtschaft zu überfordern, betonte Volker Kamps, Vorsitzender des Bauernverbandes Land Hadeln, zu Beginn der Kreisverbandsversammlung. Das konnte Gastredner Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), dick unterstreichen. Bei seinem Antrittsbesuch im Norden beleuchtete er "Zukunftsfragen einer modernen Landwirtschaft". Mit Blick auf die Ernährungssicherung sieht Rukwied enorme Potenziale für die Landwirtschaft. Diese müsse noch effizienter - nicht intensiver - werden.

Ist Deutschland dabei?

Eine ganz andere Frage sei jedoch: "Können wir als deutsche Bauern, Sie als norddeutsche Bauern, diese Chancen nutzen? Versetzt uns die Politik in die Lage, noch effizienter zu werden?" Die Antwort hänge davon ab, wie Brüssel, Berlin und Hannover den Rahmen setzen. Hier müssten noch viele Hürden genommen werden. Denn in Deutschland herrsche eine gewisse Grundskepsis gegenüber Neuem, die in Bezug auf die Landwirtschaft besonders ausgeprägt sei.  

Mit einem "Status quo ante -Alles soll so bleiben, wie es ist" sei aber weder der Natur, noch Familien und erst recht nicht den Bauernfamilien gedient.
Mit Blick auf das Greening verdeutlichte Rukwied, dass in Frankreich auf einem ganz anderen Niveau über die Bewertung ökologischer Vorrangflächen diskutiert werde. "Wenn Ackerboden in Frankreich zu schade ist, um stillgelegt zu werden, ist es unserer genauso". Denn deutsche Landwirte hätten nicht nur hier vor Ort Wettbewerber, sondern auch in Polen oder Frankreich. Rukwied fordert, dass über das Greening weiterhin eine sinnvolle Nutzung garantiert wird. Es dürfe nicht sein, dass eine ressourcenschonende Landwirtschaft nur deshalb geschwächt werde, weil Interessengruppen eine andere Ideologie verfolgen.

Hier komme man zu Grundsatzfragen: "Wie soll die Landwirtschaft der Zukunft, wie die Tierhaltung aussehen? Sind Baumaßnahmen überhaupt noch erwünscht?". Ohne provozieren zu wollen, habe Rukwied den Eindruck: "Nein".

Stärken hervorheben

Dabei könne die Landwirtschaft im Wettbewerb nur durch Weiterentwicklung, gute Nachwuchskräfte und eine starken Agrarforschung bestehen. "Wir müssen immer wieder herausstellen, dass die deutsche Landwirtschaft im Vergleich zu manch anderen Regionen der Welt besondere Stärken hat". Die meisten Betriebe seien familiengetragen, der Generationsgedanke bestehe. "Unser Leitgedanke ist: Verantwortung für die Tiere, die Natur und die Umwelt". Gesellschaft und Politik müssten dazu beitragen, dass dieser Gedanke fortbestehe und nicht durch sinnlose Bürokratie und zahllose Gesetze gefährdet werde.

Eine Diskussion mit Demagogen, die bewusst falsche Informationen verbreiten und damit redliche Bauernfamilien diffamieren, werde der DBV nicht führen. "Mit allen anderen wollen und müssen wir noch viel mehr diskutieren" Rukwied ruft die Landwirte weiterhin auf: "Beteiligen Sie sich, reden Sie mit!".  
Eine Bildergalerie dazu finden Sie hier.
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