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Wolfsmanagement

Stader Resolution: Für ein aktives Wolfsmanagement

Wolf auf Raubzug
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Ralf Stephan, LAND & Forst
am
11.04.2018

Auf eine gemeinsame Linie im Umgang mit dem Wolf haben sich die agrarpolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktionen verständigt. In der „Stader Resolution“ fordern sie den Bund auf, ein aktives Wolfsmanagement zu etablieren, um so die Weidetierhaltung und Deichschäferei erhalten zu können.

Rechtliche Grundlagen für wolfsfreie Zonen

„Die Bundesregierung muss unverzüglich alle notwendigen Maßnahmen einleiten, um den Fortbestand der Weidetierhaltung und der Schäferei sicherzustellen“, so der Agrarsprecher der niedersächsischen CDU-Landtagsfraktion, Helmut Dammann-Tamke.

„In Abstimmung mit der EU-Kommission müssen endlich rechtliche Grundlagen für die Ausweisung wolfsfreier Zonen geschaffen werden.“ Das sei vor allem an den Küsten- und Flussdeichlinien entscheidend, wo herkömmliche Schutzmaßnahmen nicht greifen.

„Außerdem brauchen wir Regelungen und Maßnahmen, die Weidetierhalter schnell und unbürokratisch für bisher entstandene und künftige Verluste entschädigen, die ihnen durch die Ausbreitung des Wolfes entstanden sind“, fordert Dammann-Tamke nach der Stader Klausurtagung mit seinen Amtskollegen. Man sei sich einig in der gemeinsamen Empfehlung gewesen, die bereits in Sachsen praktizierte Beweislastumkehr bei Nutztierrissen bundesweit einzuführen.

Der Wolf erschließt immer neue Territorien

In Deutschland ist der Wolf seit dem Jahr 2000 nachgewiesen. Heute kann man davon ausgehen, dass der Wolf bundesweit vertreten ist. Ende 2017 lebten nach Stand des Bundes Umweltministeriums 60 Rudel sowie 13 Paare und drei sesshafte Einzeltiere in Deutschland. Das Ausbreitungspotential und vor allem die Populationsentwicklung des Wolfes muss mit einer Zuwachsrate von 30% pro Jahr als hoch angesehen werden. Im Jahr 2016/17 wurden in der Bundesrepublik 214 Welpen nachgewiesen sowie ca. 600 adulte Tiere.

Enormes Konfliktpotenzial

Schon jetzt zeigt die stark anwachsende Wolfspopulation ein enormes Konfliktpotenzial. Häufig wird in Gebieten mit Wolfsvorkommen die Weidetierhaltung als ökologischste Form der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung durch zusätzlichen Aufwand für den Herdenschutz und die Folgen von Wolfsübergriffen in Frage gestellt.

Allein im laufenden Jahr 2017 kam es bislang z.B. im Bundesland Niedersachsen zu 184 amtlich attestierten gerissenen Nutztieren durch den Wolf. Hinzu kommen Folgeschäden durch Aborte, Totgeburten und stressbedingte Verhaltensweisen. Die Herdenschutzmaßnahmen sind kostenintensiv und stehen nicht in Relation zu den Erlösen der Weidetierhalter.

Deichschäfereien haben wichtige Schutzfunktion

Neben der Wanderschäferei ist insbesondere die Deichschäferei von der steigenden Wolfspopulation massiv gefährdet. Die Deichschäferei leistet einen bedeutenden Beitrag zur Erhaltung und Festigung der Deichstrukturen auf einer Fläche von ca. 6.600 km² und schützt somit, alleine in Niedersachsen, ca. 1,6 Millionen Bürgerinnen und Bürger.

Vor diesem Hintergrund sind Änderungen im Umgang mit dem anwachsenden Wolfsvorkommen unumgänglich. Die agrarpolitischen Sprecher der Länder der CDU erwarten von der Bundesregierung unverzüglich alle notwendigen Maßnahmen einzuleiten, um den Fortbestand der Weidetierhaltung und die Erhaltung der Schäferei, im speziellen der Deich- und Wanderschäferei, zu gewährleisten. Dies erfordert sowohl Regelungen als auch Maßnahmen, um Weidetierhalter unverzüglich und unbürokratisch von bisher entstandenen und künftigen Kosten in Zusammenhang mit der Ausbreitung des Wolfes freizustellen.

Mit Material von Pressemitteilung
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