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Agrarpolitik

SuedLink: Landwirtschaft pocht auf Bodenschutz

von , am
01.09.2015

Die Vorgaben der Großen Koalition für ein Erdkabelprimat stellen den Übertragungsnetzbetreiber TenneT vor neue Herausforderungen. Welche Probleme bringt eine Erdverkabelung für die Landwirtschaft mit sich?

Die Baustelle hat gezeigt, dass es eines umfassenden bodenkundlichen Konzepts bedarf, um zukünftige Schäden der landwirtschaftlichen Nutzung zu minimieren. © Jordan

Eine Delegation des Landvolkes Niedersachsen und des Bayrischen Bauernverbandes informierte sich jetzt in Emden an der offenen Baustelle zur Erdverkabelung von Höchstspannungsgleichstromleitungen (HGÜ) über die damit verbundenen Fragen. 
 
Allem voran bewegt die Landwirtschaft der Anspruch, dass im Zuge der Erdverkabelung ein Konzept umgesetzt wird, dass landwirtschaftlichen Belangen Rechnung trägt.  "Die Flächen müssen anschließend ohne Einschränkung wieder landwirtschaftlich nutzbar sein", formulierte Landvolkpräsident Werner Hilse die Erwartungshaltung der Mitglieder. "Die Baustelle hat gezeigt, dass es einer verlässlichen Umsetzung eines umfassenden bodenkundlichen Konzepts bedarf, um zukünftige Schäden der landwirtschaftlichen Nutzung zu minimieren", fügte er an.
 
Die Komplexität des Themas Erdverkabelung bestätigte sich  im Erfahrungsaustausch mit Bernhard Gosling, einem betroffenen Landwirt, als auch bei der Besichtigung einer Erdkabelbaustelle für die Anbindung eines Offshore-Windparks nordwestlich von Emden. Die Firma Tennet gewährte Einblick in die Verlegungsarbeiten der Hochspannungs-Gleichstromkabelsysteme, die in vergleichbarer Technik auch bei der geplanten SuedLink-Trasse zum Einsatz kommen könnten.

Spülbohrungen bei Querungen

Besonders kritisch hinterfragten die Verbandsvertreter die Beanspruchung des Bodens und die Größe des Grabenprofils, wie es bei einer Erdverkabelung der SuedLink-Leitung umgesetzt werden könnte. Während die Offshoreleitung einen Graben mit einem trapezförmigen Profil mit einer Breite an der Erdoberfläche von ca. fünf Metern erfordert, würde die geplante Übertragungskapazität von 4 Gigawatt bei SuedLink die Anlage von vier Gräben mit einem zusätzlichen Sicherheitsabstand von fünf Metern zueinander beanspruchen, erfuhr die Delegation aus Niedersachsen und Bayern. Bei Querungen, wie beispielsweise Gräben oder Straßen, werden Spülbohrungen eingesetzt und die Leitungen in Kabelschutzrohren in geschlossener Bauweise verlegt, erläuterte Tennet.
 

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