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Technik

Doppelt hält besser

von , am
08.10.2013

Der Claas Cargos ist ein Ladewagen, der selbständig Gras lädt und der umgerüstet auch zum Transport von Mais oder Hackschnitzeln verwendet werden kann. Lohnunternehmer Noel Gröne aus Dassel berichtet von seinen Erfahrungen.

Mais- und Grasernte oder Hackschnitzeltransport: Der Ladewagen Claas Cargos ist extrem wandlungsfähig. © Sontheimer
Noel Gröne aus dem südniedersächsischen Dassel hat sich 2007 mit seinem Lohnunternehmen selbstständig gemacht. Zunächst standen Personaldienstleistungen im Vordergrund, der Handel mit Holz zur Hackschnitzelerzeugung wuchs mehr und mehr. Als drittes Standbein hat sich Noel Gröne in der Futterbergung spezialisiert. "Zur Maisernte steht bei den Milchviehbetrieben gleichzeitig auch der dritte oder vierte Schnitt Gras an. Wenn es dann zu Engpässen kommt, weil alle Häcksler unterwegs sind und auf Mais umgerüstet sind, dann kommen wir ins Spiel", berichtet der Lohnunternehmer. Um diese Nische zu besetzen, hat sich der 34-Jährige ein Claas Mähwerk 9100 Autoswather gekauft. Die Schmetterlingkombination hat eine Arbeitsbreite von neun Metern, legt aber das Mähgut gleich auf den mittleren Schwad zusammen. Als Ladewagen folgt der Claas Cargos 9600 mit Pickup. So kann Noel Gröne die Milchviehbetriebe unabhängig vom Häcksler bedienen.

Nützliche Kooperation

Um noch schlagkräftiger zu sein, hat sich Noel Gröne mit Carsten Nienstedt zusammengetan, der seinerseits für seinen Milchviehbetrieb einen Cargos 9500 angeschafft hat. Der Landwirt fährt mit seinem Gespann beim Lohnunternehmer mit, sein Ladewagen wird voll ausgelastet und der Lohnunternehmer unterstützt den Landwirt bei seiner Futterbergung, so dass die Kooperation für beide einen Nutzen hat. Im Moment ist der kleinere Cargos für die Maisernte umgerüstet, Pickup und Dosierwalzen wurden im Schnellwechselsystem ausgebaut. "Das bringt uns drei Tonnen mehr Nutzlast", erklärt Noel Gröne. Bei den ersten beiden Grasschnitten fahren die beiden Cargos dagegen sowohl als Ladewagen, wo sie selbständig den Schwad aufnehmen, als auch als Kombi-Transportwagen, die auch vom Häcksler beladen werden.

Von der Technik des Kombiwagens ist der junge Lohnunternehmer überzeugt. 44 m³ Ladekapazität bietet der Cargos 9500, sein großer Bruder 9600 sogar bis zu 50 m³. Der Laderotor hat 22 mm breite Zinken, 40 einzelne Messer garantieren einen sauberen Schnitt. Das Ladeaggregat lässt sich zum Messer wechseln hydraulisch absenken, für eine einfache Wartung sorgt der Knickdeichselaushub. Unter einer halben Stunde dauert der komplette Ausbau des Ladeaggregates, das mit Schnellkupplern versehen ist. Der abgesenkte Kratzboden braucht weniger Leistung und presst zudem das Futter noch besser vor. "So bekommen wir zum einen mehr Gewicht pro Kubikmeter Ladefläche und haben außerdem eine bessere Ladungsverteilung im hinteren Wagenbereich", erklärt Noel Gröne. Die Ladeautomatik wird über einen Drucksensor im Dachblech und einen Drehmomentbolzen am Stirnradgetriebe des Laderotors gesteuert. Ein Sensor an der unteren Dosierwalze reagiert auf Druck und zeigt dem Fahrer den maximalen Füllstand an.
 
Ein Ultraschallsensor an der hinteren Bordwand überwacht das Be- und Entladen. Die Klappe über dem Rotor wird hydraulisch angehoben, so lassen sich Grasreste leicht entfernen. In der Schlepperkabine befindet sich das Isobus-Terminal Communicator mit Drucker zur Steuerung des Cargos. Der Wagen ist in den Achsvarianten Boogie oder hydropneumatisch als Tandem oder Tridem erhältlich, das zulässige Gesamtgewicht beträgt zwischen 24 und 34 Tonnen. Bei der Tridem-Achse ist die erste und letzte Achse zwangsgelenkt.

Professioneller Service

Auch im Silo setzt Noel Gröne auf Claas. Zwei Xerion-Schlepper mit 22 und 24 Tonnen Gewicht walzen das Siliergut fest. "Mit ihrem Hundegang sind sie optimal für Feldmieten", berichtet der Lohnunternehmer. Sein Auftragsmanagement erledigt Noel Gröne mit der Agrarmonitor-Software. Sowohl die Fahrer als auch der beauftragende Landwirt erhalten jeder ein iPad, auf dem sie jederzeit ersehen können, wo sich die Flotte gerade befindet, wie die Felder angefahren wurden und wie weit die Ernte vorangeschritten ist. "Ich kann als Lohnunternehmer nur mit einer professionellen Arbeitsorganisation am Markt bestehen", erklärt Noel Gröne, "dazu gehören eben Zuverlässigkeit, Service und Zusatznutzen, wie wir ihn mit dem Cargos bieten können."
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