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Gülletransport

Eingedickte Gülle bringt Vorteile

Dr. Harm Drücker und Hans-Jürgen Technow (LWK Niedersachsen)
am
21.04.2016

Der Transport von Nährstoffen aus Veredlungs- in Ackerbauregionen läuft bereits in erheblichem Umfang. Sinnvoll ist der Einsatz eingedickter oder separierter Gülle.

Die überbetriebliche Verbringung von Nährstoffen aus den Veredlungs- in die Ackerbauregionen wird bereits häufig vorgenommen, meistens in Form von Schweinegülle. Einsparungen sind möglich, wenn eingedickte oder separierte Gülle transportiert und dann eventuell in der Ackerbauregion auch noch energetisch in Biogasanlagen genutzt wird.

Grundsätzlich sind Wirtschaftsdünger in Ackerbauregionen hinsichtlich Zeitpunkt, Menge und Ausbringverfahren so anzuwenden, dass es nicht zu Bodenverdichtungen, Geruchsbelästigungen oder zu Nitrateinträgen ins Grundwasser kommt. Die exakte Kenntnis der Nährstoffgehalte, ausreichende Lagerkapazitäten und eine entsprechende Güllelogistik und -ausbringtechnik sind dazu unabdingbar.

Rohgülle absetzen lassen

Die überregionale Verbringung von Wirtschaftsdüngern in Form von Rohgülle wird zwar derzeit am häufigsten durchgeführt, ist aber aufgrund der relativ geringen Nährstoffkonzentration durch einen hohen Wassergehalt sehr teuer.

Zur Erhöhung der Transportwürdigkeit kann man bereits das natürliche Absetzverhalten von Rohgüllen nutzen, welches sich durch eine Entmischung der festen und der flüssigen Güllebestandteile während der Lagerung vollzieht.  

Eingedickte Gülle phosphat- und stickstoffreicher

Wie Untersuchungen gezeigt haben, ist die dicke Gülle im unteren Behälterbereich phosphatreicher und weist auch höhere Stickstoffgehalte auf als die dünne Gülle im mittleren und oberen Behälterbereich.

Diese dünne, wasserreiche, aber nährstoffarme Gülle kann dann ohne aufzurühren abgepumpt und in einem zweiten Behälter gelagert oder gleich auf die zu düngenden Flächen in der Veredelungsregion ausgebracht werden.

Transport eingedickter Gülle viel günstiger

Die verbleibende eingedickte, nährstoffreiche Gülle aus dem unteren Behälterteil kann nach einem intensiven Aufrühren in die Ackerbauregion abtransportiert werden. Im Vergleich zu nicht eingedickter Gülle können die Transportkosten um mehr als die Hälfte reduziert werden.

Transportkosten sparen bei zusätzlichen Aufwendungen

Mit eingedickter Schweinegülle können Veredlungsbetriebe etwa 80 % bis 90 % des bei ihnen anfallenden Phosphats und 40 % bis 50 % des Stickstoffs abgeben. Den Einsparungen bei den Transportkosten stehen zusätzliche Aufwendungen gegenüber. Diese sind davon abhängig, wie die Gülle bislang auf dem Betrieb gelagert wird.

Eingedickte Gülle vorteilhaft für Ackerbau

Die in jedem Fall erforderliche Installation einer zusätzlichen Leitung, um die Gülle aus dem oberen Behälterbereich gesondert entnehmen zu können, schlägt mit ca. 1.000 € zu Buche. Für den Ackerbaubetrieb bedeutet der Einsatz eingedickter Gülle Vorteile, da die Nährstoffkonzentration und damit der Mineraldüngerersatzwert im Vergleich zur Rohgülle höher ist.

Für die Lagerung und Ausbringung fallen, bezogen auf die gleiche Nährstoffmenge, nur etwa halb so hohe Kosten an. Da weiterhin der Energiegehalt durch das Eindicken etwa auf das Doppelte ansteigt, empfiehlt sich der Einsatz auch in Biogasanlagen.

Lesen Sie mehr zum Thema in der LAND & Forst Ausgabe 16/2016 auf den Seiten 50 und 51. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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