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Technik

Zum Fegen gibt es immer etwas

von , am
09.04.2013

Auf landwirtschaftlichen Betrieben gibt es viele befestigte Flächen, die regelmäßig zu reinigen sind. Lesen Sie hier, welche Technik Sie dafür sinnvoll einsetzen können.

In der Fronthydraulik des Traktors mitgeführte Axialfrontbesen mit vertikal drehenden Bürsten finden den Einsatz zur Reinigung von Straßen oder größeren Hofflächen. Der Schmutz lässt sich überAuffanggehäuse sammeln. Die stufenlose Einstellung des Axialbesens in der Höhe ermöglicht einen gleichmäßigen Reinigungseffekt auf der Fläche. © Heitmann

Größere Hofflächen werden mit handgeführten oder motorisierten Kehrmaschinen gereinigt. Es sind Reinigungsgeräte die vertikal drehende Bürsten als Axialbesen oder den Radialbesen mit schräg angestelltem Besen mitführen. Man benötigt zum Reinigen einer mäßig verschmutzten Fläche von ca. 400 m² etwa eine Stunde mit dem Handbesen. Dagegen kann man dies mit einer kleineren Handkehrmaschine schon in etwa zehn Minuten schaffen.

Antriebe für alle Fälle

Leichtere Kehrmaschinen können über das ganze Jahr u. a. zum Kehren, Fegen von Laub, Moos entfernen oder Schneeräumen eingesetzt werden. Für das Kehren von Schmutz und zum Moos entfernen sind geringere Besendrehzahlen ausreichend. Dagegen benötigt man für das Laubfegen und Schneeräumen höhere Drehzahlen. Speziell zum Kehren gebaute Geräte können per Hand geschoben oder mit Akkuantrieb bzw. mit Verbrennungsmotor betrieben werden.

Kehrmaschinen als Anbaugeräte sind mit verschiedenen Bürsten im Angebot. Einachsige Maschinen oder auch Gartentraktoren können über entsprechende Flansche mit Anbaukehrmaschinen versehen werden. Der Antrieb erfolgt über die Zapfwelle, Hydraulik oder Eigenantrieb. Für das Reinigen von stark verschmutzten Straßen nach Erntearbeiten sind leistungsstärkere Axialkehrbesen als Anbaugeräte front- oder heckseitig am Traktor vorhanden.

Radantrieb Handgeräte

Der Bürstenantrieb von Hand geschobenen Kehrbesen wird über die Räder angetrieben. Die Reinigung erfolgt in einem rundum geschlossenen Gehäuse mit Auffangbehälter. Der Kehrgutbehälter sollte leicht ein- bzw. auszuhängen sein. Die Behältervolumen liegen bei 40 l. Mittels einer Probe kann man sich von der Manövrierfähigkeit und der Leichtigkeit des Schiebens überzeugen. Insbesondere dort, wo sperrige oder kleine Teile wie Körner, Spreu, Futterreste liegen, die sich nicht so leicht aufnehmen lassen.

Des Weiteren ist die Reinigungsleistung auf verschiedenen Bodenbelägen zu prüfen, dabei ist eine angepasste Höhenverstellung wichtig. Mit ihr kann man, je nach Einstellung, den Borstenabrieb mehr oder weniger einschränken. Das Auswechseln verbrauchter Bürsten oder Kehrwalzen sollte einfach möglich sein. Mit verstellbaren Holmen in der Höhe bzw. zur Seite lässt sich das Reinigungsgerät auf die Größe des Bedieners einstellen. Mit den Kehrwalzen sollte man möglichst dicht an Bauteile arbeiten können, damit sich gar nicht erst die Randstreifen bilden. Komplett geschlossene Kehrkästen ermöglichen dies. Mit Seitenbesen sind Ecken und Winkel eher zu erreichen. Die Kehrbürste sollte sich vom Holm nach beiden Seiten schwenken lassen, um das Material beim Freikehren zur Seite ablegen zu können.

Verschiedene Besen

Die Axialbesen, vertikal drehende Besen, sind für den Allroundbetrieb bekannt. Sie haben Durchmesser von 30 bis 40 cm. Beim Schaufelprinzip lassen sich Staub und Schmutz relativ gut aufnehmen, größere Gegenstände können dagegen nicht in den Behälter gelangen. Für den Vorwärts-Rückwärtsbetrieb sind vorn und hinten Auffangbehälter notwendig.

Dagegen wird beim Überkopfprinzip der Schmutz über die Bürste nach hinten in den Behälter geführt. Dies lässt auch das Aufnehmen größerer Gegenstände zu. Diese Ausführung gibt es auch als Zweiwalzensystem.

Beim Seitenbesen, Radialbesen, drehen die Bürstenwalzen horizontal, damit kann man den Schmutz in den Ecken und Winkeln besser erreichen. Dazu wird die Seitenbürste ein wenig schräg eingestellt. Diese Radialbesen verfügen über größere Durchmesser. Im Radialbesen verfangen sich kaum Rückstände wie Strohreste. Sie werden in der Landwirtschaft auf den Hof- und Gebäudeflächen oder zum Kehren des Restfutters in die Viehtröge eingesetzt. Das Kehrgut wird zu einer Seite gefegt und abgelegt. Eine Kehrgutaufnahme ist daher oft nicht erforderlich.

Beim Freikehren liegen die Bürsten offen. Auf trockenen Flächen kann durch diese Maschinen Staub und Teile aufgewirbelt werden. Bei leicht feuchtem Untergrund, Benetzen mit Wasser oder durch spezielle Sprüheinrichtungen lässt sich dies einschränken. Geschlossene Kästen über Bürsten verursachen weniger Staubentwicklung.
Statt Besen können auch so genannte Kehrschieber eingesetzt werden. Es sind einachsige, motorisierte Fahrzeuge, die im Frontanbau unterschiedlich angewinkelte Schieber mitführen. Der Einsatz findet vornehmlich auf Entmistungsflächen statt.

Motor-Kehrmaschinen

Einfache motorisierte Kehrmaschinen haben Akku- oder Verbrennungsmotorantrieb. Die Einsatzzeit des Akkubetriebes ist eingeschränkt (u. a. 2.000 m² pro Ladung), in Gebäuden jedoch angenehmer, weil der Motor leiser ist und keine Abgase entstehen. Der Verbrennungsmotor ist leistungsstärker mit 3 bis 4 kW. Diese Kehrmaschinen verfügen meist über flach liegende Kehrwalzen mit unterschiedlichen Durchmessern und Kehrbreiten. Die Kehrbürsten sind aus Kunststoff oder Draht. Meistens genügen Kunststoffbesen, Drahtbürsten lösen u. a. eher fester anhaftende Erde auf betonierten Flächen.

Die Bürsten unterscheiden sich in der Dichte und Anzahl der Bürstenreihen. Bei fester anhaftendem Schmutz und, um den Bürstenabrieb einzuschränken, wäre eine höhere Dichte von Bürsten vorteilhaft.

Bei einfachen Geräten gibt es in der Regel nur eine Fahrgeschwindigkeit mit angepasster Bürstendrehzahl. Leistungsfähigere und entsprechend höherwertige Maschinen haben unterschiedliche Drehzahlen der Bürsten und mehrere Fahrgeschwindigkeiten, die auch stufenlos möglich sind. Die Vorwärtsgeschwindigkeit kann 6 km/h, die Rückwärtsgeschwindigkeit 3 km/h betragen. Damit lässt sich die Reinigungswirkung auch bei unterschiedlichen Verhältnissen optimaler erledigen. Kehrsaugsysteme werden u. a. auch im Bereich der Lebensmittellagerung eingesetzt, um die etwaige Staubwirkung einzugrenzen.

Traktor-Axialfrontbesen

Baufirmen, Lohnunternehmer und Landschafts- und Gartenbauer sowie lof Betriebe nutzen die Fronthydraulik des Traktors für die Axialbesen, vertikal drehende Kehrbürsten. Der Antrieb erfolgt in der Regel über Hydraulikmotoren. Die Drehgeschwindigkeit des Besens lässt sich so einfacher einstellen. Zum Teil werden auch seitlich angeordnete Radialkehrbesen mitgeführt. So können auch Stellen, die weniger zugänglich für den im Frontanbau befindlichen Axialbesen sind, gereinigt werden.

Der Schmutz gelangt vom Radial- vor den Axialkehrbesen. Durch eine einstellbare Schrägstellung lässt sich der Schmutz zur Seite ablegen. Ein Schmutzfang kann das Stauben  in Grenzen halten. Eine Staub-entwicklung lässt sich durch Benetzen der Fläche per Sprüheinrichtung einschränken. Zusätzliche Frontlifte eignen sich, wenn der etwaig aufgefangene Schmutz auf dem Anhänger abgelegt werden soll. Insbesondere zur Straßenreinigung haben sich Axialbesen bewährt. Da Frontbesen Anbaugeräte sind, dürfen sie bis zu 3 m breit sein.

Fazit

Eine Einsatzprobe bei der Anschaffung einer Kehrmaschine wäre anzuraten. Man sollte den Händler vor Ort berücksichtigen. Bei Kehrbreiten von 80 bis 100 cm lassen sich, je nach Verschmutzungsgrad und Größe, durchaus pro Stunde etwa 2.400 bis 3.000 m² an Fläche reinigen. Die Kosten handgeführter Geräte liegen im Bereich von 150 bis 400 €, mit Motorantrieb bei 500 bis 3.000 €. Traktor-Frontbesen können durchaus, je nach Ausrüstung/Arbeitsbreite, bei 7.000 € liegen.
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