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Technik

Fit für den 4. Schnitt

von , am
15.10.2014

Für das Lohnunternehmen Schröder aus Venne gehört die Grasernte zu den wichtigen Geschäftszweigen. Ladewagen bieten zwar nicht die Schlagkraft eines Feldhäckslers, sind aber auf kleineren und hofnahen Flächen unentbehrlich.

Die drei Dosierwalzen sind mit Zahnsegmenten bestückt und sorgen für eine gleichmäßige Verteilung des Schnittgutes. © Bach

Venne bei Osnabrück nennt sich selbstbewusst "Kuhdorf". Kein Wunder, dass zum Kundenkreis des Lohn-
unternehmens viele Milchviehbetriebe gehören. Günter Schröder leitet den 1928 gegründeten Betrieb in der dritten Genera-
tion. Neben Sohn Stefan und Ehefrau Theresia sind zwölf weitere Mitarbeiter angestellt.

Mit 200 Pferdestärken

Für die landwirtschaftlichen Kunden erledigt das Unternehmen sämtliche anfallenden Arbeiten, von der Bodenbearbeitung, über Düngung, Pflanzenschutz bis hin zur Ernte von Getreide, Raps, Mais, Kartoffeln und Gras sowie dem Pressen von Stroh-, Heu- und Silageballen. Daneben werden Schüttgut- und Tiefladertransporte, Baggerarbeiten und ein Containerdienst angeboten. Im Winter sorgen Baum- und Heckenpflege für Beschäftigung. Im Einsatz sind außerdem ein mobiles Sägewerk und eine Holzhackmaschine.


Im Venner Moor wirtschaften zahlreiche Betriebe, die sich meist auf die Milchproduktion spezialisiert haben. Seit vielen Jahren sind hier Lade- und Silierwagen im Einsatz. Durch die Technisierung sei die Bergung und Silierung des Grases sehr viel wirtschaftlicher geworden, erinnert sich Günter Schröder. Er erntet mit zwei Krone ZX 350 GD mit einem Ladevolumen von 33 Kubikmetern. Mit dem Aufkommen von Futtermischwagen in den Milchviehbetrieben habe die Bedeutung der Ladewagen in seinem Betrieb etwas nachgelassen. Wegen der besseren Häckselqualität hätten sich seine Kunden mehr und mehr eine Grasernte mittels Feldhäcksler gewünscht. Durch technische Weiterentwicklungen bei den Ladewagen spielen die Qualitätsunterschiede kaum noch eine Rolle (Lesen Sie dazu auch den Beitrag "Vom Mauerblümchen zum Alleskönner" in Ausgabe 41/14, Seite 33 bis 35).

Heute sei es eher die Schlagkraft und Flächenleistung, die für den Häcksler spreche. Trotzdem behalte auch der Ladewagen seine Berechtigung. Eingesetzt werden die Berge- und Transportgeräte vor allem auf den kleineren und hofnahen Flächen.

Enger Kundenkontakt

In der Grasernte werden die Wagen von 200-PS-Schleppern gezogen. Für jeden Wagen gibt es zwei Messersätze. Mit einem Messersatz können die Wagen einen Tag lang Gras bergen und schneiden. Abends werden die Messer ausgetauscht, sodass der Wagen am folgenden Tag wieder einsatzbereit ist. Die stumpfen Messer können in dieser Zeit in der Werkstatt geschärft werden.

Welche Technik für die Grasernte am sinnvollsten ist, müsse immer von Fall zu Fall mit dem Kunden entschieden werden. Ob Häcksler, Ladewagen oder auch Silageballen, jedes Verfahre habe seine Berechtigung, unterstreicht Schröder. Wichtig sei es, den gesamten Ablauf der Grasernte vom Schnitt bis zum Abdecken des Silos zu optimieren. "Ein Riesenhäcksler kann nicht effektiv arbeiten, wenn man nicht in der Lage ist, die angelieferten Mengen auf der Siloplatte zu verdichten", nennt der Lohnunternehmer ein Negativbeispiel.

Auf den sandigen, teils moorigen Böden werden jährlich drei Grasschnitte geerntet. Wenn die Bedingungen günstig sind - wie in diesem Jahr - ist im Oktober auch noch ein vierter Schnitt möglich.
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