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Technik

Gülletechnik passend zum Betriebskonzept

von , am
08.07.2015

Die Entscheidung für die richtige Gülletechnik ist oft nicht einfach. Lesen Sie in der LAND & Forst 28, wie die ideale Lösung für die Betriebsgemeinschaft ABL Sachsenhagen aussieht.

Gülle kann per Schlitztechnik hocheffizient auf Grünland eingesetzt werden. © Kai Hasse

Seit Tagen brennt die Sonne. Während auf den Äckern das Getreide reift, die Rüben und der Mais sich in sparsamen Wasserverbrauch üben, ist der zweite Grasschnitt auf dem Betrieb ABL-Sachsenhagen bereits im Silo. Die gemähten Flächen könnten jetzt eine Startgabe mit Gülle oder Gärrest gut gebrauchen. Doch wer wagt sich bei so trockener Witterung auf die Grasflächen zur Gülleausbringung? Eine Aktion wie Gülle mit Prallteller zu verteilen würde jetzt nicht nur die Grasnarbe verätzen. Und auch die Ausbringung mit Schleppschlauch hinterließe unübersehbare Spuren auf dem Grünland.

Gülleausbringung an heißen Tagen

In Sachsenhagen bei der ABL-GbR manövriert Mark Lutter das 18,5 m³ Fass, ein Profiline Tandem Vakuum von Veenhuis/Kverneland langsam an die Andockstation der Biogasanlage. Angebaut ist das Schlitzgerät Eurojekt 3000 mit 7,60 m Arbeitsbreite. Biogas ist eines der Standbeine der ABL Sachsenhagen. Bereits vor 18 Jahren haben sich die drei Betriebsinhaber Rolf Adam, Axel Brösche und Gerhard Lutter entschieden ihre drei eigenständigen Betriebe, die alle ähnlich strukturiert waren, zusammen zulegen und gründeten die ABL GbR.

Jährlich 4.000 m³ Gülle

Zu Beginn stand das Unternehmen auf zwei wesentlichen Standbeinen: Ackerbau und Milchvieh. Vor gut eineinhalb Jahren wurde das Standbein Milchvieh aufgegeben, stattdessen werden jetzt ca. 200-Kopf Jungvieh aufgezogen. Seit 2006 betreibt das Unternehmen die 500 KW Biogasanlage. Mit der Abwärme wird die örtliche Grundschule versorgt. Gleichzeitig steht während der Sommermonate ausreichend Energie zur eventuell notwendigen Getreide- und Brennholztrocknung zur Verfügung. Jährlich fallen ca. 4.000 m³ Gülle aus dem Jungviehstall und ca. 10.000 m³ Gärreste aus der Biogasanlage an. Zweimal im Jahr wird die Gülle/Gärrest auf Inhaltstoffe beprobt. Die gesamte Menge wird auf den betriebseigenen Flächen eingesetzt.
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