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Technik

Gut eingemischt

von , am
26.02.2013

Es muss nicht immer der Pflug sein. Mit einem Grubber geht es in der Regel schneller, aber die Arbeit wird auch anspruchsvoller. Und der relativ hohe Kraftbedarf ist nicht zu unterschätzen.

Durch die leicht versetzten Zinken und die großen Durchgänge gibt es kaum Verstopfungen. © Ahlers
Wilhelm Korte aus Lorup, Kreis Emsland, war immer ein glühender Verfechter vom Pflug, bis Sohn Klaus sich in einem Projekt der Fachschule mit der konservierenden Bodenbearbeitung beschäftigte. Danach folgte nicht der Kauf eines Sechsschar-Volldrehpfluges mit Packer, sondern ein 4 m breiter Aufsattelgrubber verrichtet heute die Bodenbearbeitung auf dem Acker.

Vor der Kaufentscheidung standen Praxistests mit vier unterschiedlichen Walzen im trockenen Frühjahr 2011. "Bei feuchten Böden laufen alle Walzen gut, aber bei leichtem und trockenem Sand schoben doch einige", berichten die Tester von ihren Erfahrungen. Die 60er Doppelringwalze kam mit diesen Bedingungen am besten klar. Die Walze dient nicht nur zur Rückverfestigung, sondern regelt auch die Tiefenführung.

Der Aufsattelgrubber arbeitet auch bei Raps- und Körnermaisstroh dank des großen Zinkenabstandes weitgehend verstopfungsfrei und die Ernterückstände werden gut eingemischt; das kommt der konservierenden Bodenbearbeitung sehr entgegen. Die 21 Spiralfederzinken gewährleisten einen  guten Erdfluss und Mischeffekt durch die C-Form. Das Schnellwechsel-System erlaubt den Wechsel von Flügelscharen und Scharspitze ohne Werkzeug. "Wir waren erst skeptisch, aber es funktioniert tatsächlich", so der Landwirt. Nach 400 ha Arbeit war der erste Satz Zinken verschlissen.

Der schwere Grubber läuft sauber ohne Pendeln hinter dem Schlepper her, wenn Zugkraft (auf jeden Fall über 250 PS) und Tempo stimmen. Wichtig ist ein flüssiges Arbeiten mit 12 km/h. Bei dieser Geschwindigkeit und einer Arbeitstiefe von 27 bis 30 cm erzielt Korte die beste Mischung und Krümelung. Die Stundenleistung schwankt zwischen zwei und vier ha, der Dieselverbrauch liegt bei 15 l/ha bei 300 PS.

Gegrubbert wird direkt nach der Gülleausbringung. Zur Stoppelbearbeitung dienen Flügelschare, die so flach wie möglich den Boden schneiden und im Frühjahr werden 8 cm breite Meißelschare eingesetzt, um tief zu arbeiten.

Der Grubber ist serienmäßig mit Randblechen ausgerüstet, die für einen sauberen Anschluss zwischen den einzelnen Arbeitsbreiten bei Hin- und Rückfahrt sorgen.
Der Vorteil gegenüber den üblichen Randscheiben: Randbleche verhindern das Hinauswerfen von Erdreich außerhalb der Arbeitsbreite des Gerätes. Die Bleche sind in Höhe und Neigung verstellbar und zum Schutz gegen Überlastung gefedert.

Nach zwei Jahren Praxiserfahrung (drei Jahre benötigt der Boden, um sich anzupassen) mit der konservierenden Bodenbearbeitung für alle Flächen (120 ha Silomais, 50 ha Körnermais, 40 ha Getreide) geben sich Vater und Sohn Korte durchweg zufrieden: "Wir sparen Arbeitszeit und beim Boden wird das Wasserhaltevermögen positiv beeinflusst, das kann höhere Erträge auf leichten Böden bringen. Der Boden ist wesentlich tragfähiger und die Befahrbarkeit im Herbst ist besser". Auf nassen Böden ist mindestens alle zwei Jahre eine Tiefenlockerung zu empfehlen, Bodenverdichtungen gab es bislang nicht, aber da müssen erst weitere Jahre ins Land gehen.

Nachteilig ist die Feldhygiene, weil die Maisstoppel oben liegen. Und wenn der Maiszünsler weiter vorrückt, will Korte vorher walzen oder mulchen. Und der Landwirt hat auch festgestellt, dass  die Unkrautbekämpfung im Mais nun ein größeres Know-how erfordert.
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