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Technik

Herausforderung Ackerbau annehmen

von , am
09.07.2014

Optimale technische Lösungen und der bewusste Einsatz haben die Gülleausbringung zur Profi-Dienstleistung werden lassen, so auch bei Lohnunternehmer Deike im Leinetal südlich von Alfeld.

Schlagkraft und Qualität werden von den Kunden bei der Gülleausbrignung erwartet. © Hasse

Der Betrieb von Jens-Heinrich und Anja Deike liegt im Leinetal, südöstlich von Alfeld. Die Milchviehhaltung ist für die wirtschaftenden Betriebe der Region nach wie vor bedeutend. So auch auf dem Hof Deike, auf dem die Rinderhaltung zusammen mit Ackerbau und seit 2011 mit Agrardienstleistungen, die Säulen des Betriebes stellen. Inzwischen sind im Agrar-Team Deike zwölf Mitarbeiter angestellt.

Jens-Heinrich Deike übernahm vor 15 Jahren den elterlichen Betrieb. Der vor gut zehn Jahren fertig gestellte Boxenlaufstall bietet den 140 Milchkühen und der Nachzucht ausreichend Platz. Der Herden-Durchschnitt liegt bei 10.000 Liter. Gutes Herdenmanagement, Professionalität in der Grundfutterbergung und Rationsgestaltung sind Voraussetzungen für diesen Erfolg. Das Melken erledigen Deikes überwiegend selbst. Gruppenhaltung beim Milchvieh und 24-Stundensilage sind angewandte Praxis. Für Deike ist die umsichtige Sorgfalt im Ackerbau ebenso wichtig, wie er sie im Milchviehstall praktiziert.

Zum Arbeitsportfolio des noch jungen Lohnunternehmens gehören sämtliche landwirtschaftliche Arbeiten, wie Stoppelbearbeitung bis zum fertigen Saatbeet über die Aussaat von Getreide, Mais und Rüben, sowie Düngung und Pflanzenschutz. Mit entsprechender Erntetechnik stehen neben der Futterbergung, Mähdrusch, Rübenroden und die Maisernte im Fokus. Abgerundet wird dieses Angebot mit Abfuhrlogistik und Lagerkapazitäten. Das Einsatzgebiet reicht vom Leinebergland bis in die Magdeburger Börde.

Seit 2013 ist auch die Ausbringung von Gülle- und Gärresten im Programm. Bereits in der ersten Saison wurden über 70.000 m3 ausgebracht. "Bodenschonende Ausbringung ist uns sehr wichtig", so Jens-Heinrich Deike: "Auf dem Stoppel ebenso wie im Bestand." Das Potential von Gülle/Gärresten lässt sich nur ausnutzen, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Ort kommt. Das gilt nicht nur für den Stoppel oder Pflanzenbestand, sondern besonders auch für den Zustand des Bodens bzw. der Bodenart (feucht oder trocken). Auch die Anforderung "Nährstoffkreisläufe bilden" ist im Unternehmen angewandte Praxis. Seit Mai transportieren zwei Kombitrailer Getreide aus der Ackerbauregion hinein in die Veredlungsregionen. Retour werden Gülle oder Gärrest transportiert.

Zum Fuhrpark gehören z.B. vier Zubringerfässer mit 23 m³ und vier Sattelauflieger mit jeweils 30 m³. Wahlweise können die Fässer mit 36 m-Schleppschlauch-Verteiler mit Teilbreitenschaltung auf 18 m, 21 m und 27 m oder direkter Einarbeitungstechnik ausgestatten werden. Dazu stehen eine Kompaktscheibenegge, ein Mulchgrubber bzw. ein zweibalkiger 7,50 m Güllegrubber mit Rohrstabwalze zur Verfügung. Die Ausbringfässer sind mit Pflegebereifung und Reifendruckregelanlagen ausgestattet. Bei den Zubringern hat Deike auf Wechsel-Chassis gesetzt. In der Güllesaison liegen die Fässer auf, in der Getreide- und in Siloernte sind Abschiebemulden installiert.

"Klar, das ist mit einem Schlag ein ganz schöner Fuhrpark", erklärt Deike: "Um die von den Kunden geforderte Schlagkraft und Qualität der Ausbringung zu gewährleisten, gibt es nicht viele Alternativen." Wie wohl alle Lohnunternehmer hat auch er die Erfahrung gemacht, die Professionalität neuer Ausbringungstechnik schätzen die Landwirte. "Einige hätten dann aber gerne Prallteller-Preise", meint er lachend: "Das kriegen wir aber ebenso wenig hin, wie unsere qualifizierten Mitbewerber."

Deike nutzt in seinem eigenen Betrieb Fahrgassen oder auch "wiederkehrende Fahrspuren". "So bleibt die befahrene Fläche möglichst gering. Das schont den Boden und fördert die Fruchtbarkeit", sagt er. Im Getreidedrusch wird mit Überladewagen gearbeitet. Dieser folgt der Spur des Dreschers und fährt nur zum Überladen heraus, anschließend in der Spur zurück vom Feld. Bei der Gülle- oder Gärsubstratausbringung auf großen Schlägen fährt das Zubringer- vor dem Ausbringergespann. Im Feld wird übergeladen und der Zubringer fährt in der Fahrgasse raus. So wenig Fahrspuren wie nötig, das empfiehlt er auch seinen Kunden. Voraussetzung dazu ist ein abgestimmter Gerätepark mit kompatiblen Arbeitsbreiten.

Die Landwirte, die ihn beauftragen, können ihre Ackerschläge und vorgesehenen Ausbringmengen über eine Software auf den Betriebs-Server hochladen. Mit dem Smartphone rufen die Fahrer die Parzellen und Mengen ab. Dieser Informationsweg spart Zeit und erspart Missverständnisse. Gleichzeitig sind die Arbeitsdaten erfasst und stehen für die weitere Dokumentation zur Verfügung.
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