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Technik

Kartoffellagerung: Damit Knollen ihre Qualität behalten

von , am
25.08.2015

Die Vermarktung hochwertiger Kartoffeln setzt optimale Lagerbedingungen voraus. Zunehmend wird deshalb in Kartoffellagern eine Kühlung eingebaut. Mehr zu Hintergründen und Funktion maschineller Kühltechniken in der LAND & Forst 35.

Kompressions- und Solekälteanlagen werden sowohl in sogenannten Kompaktkühlern, die alle baulichen Komponenten in einem Gerät vereinen, als auch in aufgelöster Bauweise mit einem oder mehreren Verdampfern in den Lagerorten angeboten. © Wulf

Der Einsatz der maschinellen Kühlung in der Kartoffellagerung hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Dieser Trend war besonders beim Speise- und Vermehrungskartoffelanbau zu erkennen, bei denen eine "Kaltlagerung" der Kartoffeln bei etwa 4 bis 5 °C zur Qualitätserhaltung über mehrere Monate dominiert. Insbesondere in "Problemjahren" mit warmen Herbst- und Wintermonaten sind die Belüftungsmöglichkeiten mit kalter Außenluft zur Wärmeabfuhr aus dem Lager häufig stark eingeschränkt. So ist eine gezielte Temperaturabsenkung oder das Halten der Lagertemperatur kaum möglich. Die damit verbundene Qualitätsminderung über eine erhöhte Keimbereitschaft der Knollen oder die Zunahme von Lagerkrankheiten, wie Silberschorf oder Knollennassfäule, kann die Vermarktungsfähigkeit einer Partie reduzieren und zu deutlichen Preisabschlägen führen. Im schlimmsten Fall können sogar Totalverluste auftreten.

Lagerverluste im vergangenen Jahr

Auch die vergangene Lagerperiode 2014/15 war durch für die Kartoffelbelüftung ungünstige, zu warme Temperaturbedingungen, insbesondere im Zeitraum zwischen Oktober und Dezember 2014, gekennzeichnet. Erschwerend kam eine eingeschränkte Lagerfähigkeit verschiedener Kartoffelpartien durch Losschaligkeit, offene Lentizellen oder einen witterungsbedingt hohen Infektionsdruck mit Nassfäulebakterien hinzu, dem über eine gezielte Temperaturführung und -absenkung im Lager häufig nicht begegnet werden konnte. Die dadurch bedingten Totalverluste einiger eingelagerter Partien belebte die Diskussion über die Einsatzmöglichkeiten der maschinellen Kühlung in der Kartoffellagerung.

Möglichst geringe Entfeuchtung der Raumluft

Der Einsatz der maschinellen Kühlung ermöglicht eine von der Außenluft unabhängige Wärmeabfuhr und damit eine planbare Temperaturführung im Lager. Zudem wird mit der Kühlung eine möglichst geringe Entfeuchtung der Raumluft angestrebt, um die Gewichtsverluste der Kartoffeln durch die Wasserabgabe über die Schale zu begrenzen. In den meisten Fällen wird eine unterstützende Kühlung installiert, die einen Außenluftbetrieb mit einer technischen Kälteeinrichtung kombiniert. Dabei "unterstützt" die Kälteanlage den Außenluftbetrieb nur dann, wenn keine günstige, das heißt kältere Außenluft zur Verfügung steht. Hinter dieser Konzeption steht die Begrenzung des sehr energie- und damit kostenintensiven Betriebes einer maschinellen Kühlung. Daneben werden Kartoffelläger auch ausschließlich mit einer maschinellen Kälteanlage betrieben, bei denen ein Außenluftbetrieb ohne Mischluftregelung nur der Erfrischungsbelüftung zur Kohlendioxid-Abfuhr aus dem Lagerraum dient.
 

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 35/2015 auf Seite 39 bis 41. In der LAND & Forst Ausgabe 36 erscheint der Teil II zur Kartoffellagerung. Möchten Sie die LAND & Forst für einen Monat gratis zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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