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Kommentar

Mit Landtechnik im Straßenverkehr: Rücksicht nehmen!

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Cord Leymann, LAND & Forst
am
13.04.2016

Aus dem Winterschlaf erwacht: Groß-Maschinen sind wieder auf den Straßen. LAND & Forst-Redakteur Cord Leymann wirbt für Verständnis - bei allen Beteiligten.

Statistiken zeigen zwar keinen signifikanten Anstieg der Unfälle mit landwirtschaftlichen Maschinen. Aber die tragischen oder dramatischen Ereignisse sind oft eine Schlagzeile wert.

Wer erinnert sich nicht an die spektakulären Bilder vom Gülle-Unfall in Bad Münder? Rund 5.000 Liter landeten direkt im Keller eines Wohnhauses, weil die Zugmaschine aus der Kurve geflogen ist. Die Nachricht verbreitete sich schnell über die Netzwerke.

Zehn-Punkte-Programm der Lohnunternehmer

Umso wichtiger ist für die Branche das Thema „Image und Akzeptanz in der Öffentlichkeit.“ Der Bundesverband der Lohnunternehmen veröffentlichte jetzt sein Zehn-Punkte-Programm „Profis mit Rücksicht“.

Ziel ist es, für ein gutes Miteinander in der Gesellschaft und für mehr Verständnis zwischen den Beteiligten zu werben.

Auch Straßenreinigung ist wichtig

Mitarbeiter sollen motiviert werden, langsam zu fahren und entgegenkommenden Autos auszuweichen. Es gehört aber auch dazu, Ladung zu sichern und Schmutz zu vermeiden. Ebenso wichtig ist bei entsprechender Witterung die Straßenreinigung.

Runter vom Gas

Durch gute innerbetriebliche Organisation können Arbeiten an Sonn- und Feiertagen soweit wie möglich vermieden und die Nachtruhe eingehalten werden. „Runter vom Gas“ ist auch eine bekannte Devise. Vor allem in Wohngebieten, rund um Schulen, Spielplätze und Kindergärten oder an sonstigen neuralgischen Punkten sollte das ebenso wie „Tempo 30“ gelten.

Frühzeitig informieren

Hilfreich kann es sein, rechtzeitig um Verständnis zu werben und frühzeitig über erhöhten Straßenverkehr zu informieren. Infoabende, Tage der offenen Tür usw. sind eine gute Möglichkeit, im Vorfeld aufzuklären und vor allem Rückmeldung und Meinungen aus dem Umfeld zu erhalten. Auch ein kleiner Bericht in der Regionalzeitung kann Wunder bewirken.

Längere Wegstrecken in Kauf nehmen

Bürgerfreundliche Verkehrsrouten helfen, Knotenpunkte und Gefahrenstellen weiträumig zu umfahren, auch wenn das oft längere Wegstrecken bedeutet. Es ist ein Balanceakt zwischen termingerechter Abwicklung und Rücksichtnahme auf die Verbraucher.

Effizienzsteigerung nicht um jeden Preis

Seit vielen Jahren steht die Effizienzsteigerung im Vordergrund. Aber das Motto „Tagelang und rund um die Uhr“ stößt zunehmend auf Widerstand in der Bevölkerung.

Die Initiative der Lohnunternehmer ist positiv zu bewerten. Auch andere Akteure wie die Maschinenringe bemühen sich schon länger um ein harmonisches Miteinander. Der Erfolg wird am Ende davon abhängen, ob es der Branche insgesamt gelingt, Zeichen zu setzen und die Bevölkerung mitzunehmen.

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