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Dienstleistungen

Lohnunternehmer: Qualität und Kosten im Fokus

Dr. Martin Wesenberg, BLU
am
03.02.2016

Im Tagesgeschäft eines Lohnunternehmens gibt es immer wieder Diskussionen mit den Kunden: Ist der Arbeitspreis für eine Dienstleistung gerechtfertigt? War eine Preiserhöhung notwendig? Mehr dazu in der LAND & Forst Ausgabe 5.

In einer modernen Volkswirtschaft haben Dienstleistungen eine herauszustellende Bedeutung - auch in der Agrarwirtschaft. Landwirtschaftliche Dienstleistungen im 21. Jahrhundert bedeutet ein hohes Maß an Zuverlässigkeit sowie Arbeitsqualität und eine standortgerechte Beratung „on top“. Lohnunternehmer spielen in dem Bereich eine wichtige Rolle.

Die Qualität der Dienstleistungen steht immer in engem Zusammenhang mit ihren Kosten. Die Erkenntnis „Billig muss man sich leisten können“ bringt es auf den Punkt. Auch die Landwirtschaft hat nichts zu verschenken. Gute Betriebsergebnisse werden aber nur durch gute Leistungen bzw. Naturalerträge erzielt - und dafür sind optimale Produktionsverfahren  (Technik, Betriebsmittel, Knowhow) grundlegend. Für den Bereich Lohnunternehmen heißt das: Wer viel verlangt, muss auch bereit sein, eine hochwertig ausgeführte Arbeit angemessen zu bezahlen.

Dienstleistungen beginnen und enden im Lohnunternehmen

In einem Lohnunternehmen kommen viele Betriebsfaktoren zum Einsatz und müssen entsprechend entlohnt werden. Das qualifizierte Personal, die moderne Technik,  die praxisgerechte Betriebsstätte und der verpflichtende Bürokratieaufwand „drum herum“ kosten in jedem Lohnunternehmen Geld, sind aber betriebsindividuell in der Höhe. Daher ist eine allgemeingültige Beschreibung der Betriebskosten nicht möglich.

Jeder Kunde hat nur eingeschränkten Einblick in den tatsächlichen Aufwand des Dienstleiters. Die Kosten für Personal, Betrieb und Organisation werden regelmäßig unterschätzt. Dienstleistungen im ländlichen Raum beginnen und enden nicht beim Kunden, sondern schon im Lohnunternehmen. Dort bedarf es eines hohen Aufwands an Personal- und Sachleistungen, um schlagkräftige, störungsfreie und termingerechte Dienstleistungen anbieten zu können.

Personalkosten wichtig in Lohnunternehmen

Die Personalkosten in einem Lohnunternehmen haben eine große Bedeutung. Neben dem Urlaubsanspruch des Mitarbeiters, gesetzlichen Feiertagen, Krankheitstagen und Zeiten für die berufliche Weiterbildung belasten insbesondere die betrieblichen Nebenzeiten die Kalkulation. Diese werden für die Arbeitsvor- bzw. -nachbereitung, für Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten sowie für die Pflege der Betriebsausstattung benötigt.

In Lohnunternehmen, die hauptsächlich in der Landwirtschaft tätig sind, können diese internen Nebenzeiten bis zu 50 % der Jahresarbeitszeit ausmachen. Die Personalkosten berechnen sich wie folgt:

  1. Bruttolohn: Stundenlohn des Fahrers inklusive des Arbeitnehmeranteils in der Sozialversicherung. Nach dem Lohntarifvertrag ist der Ecklohn mit 12,50 € festgelegt, wobei höher qualifizierte Mitarbeiter deutlich besser bezahlt werden.
  2. Arbeitgeberanteil der Sozialversicherung, Berufsgenossenschaft: Die soziale Absicherung der Mitarbeiter ist gesetzlich vorgeschrieben. Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung tragen Arbeitgeber und -nehmer gemeinsam. Dafür zahlen Arbeitgeber anteilig und zusammen mit weiteren Umlagen etwa 22 % auf den Bruttoarbeitslohn des Mitarbeiters.
  3. Urlaubs- und Feiertage
  4. Fortbildung oder Krankheit: Die fortlaufende Qualifizierung der Mitarbeiter ist eine betriebliche und mitunter auch gesetzliche Vorgabe. Alle Formen von Nichtanwesenheit im Unternehmen verursachen Kosten, weil der Mitarbeiter in der Regel sein Gehalt weiterbezieht, aber keinen Umsatz erwirtschaften kann.
  5. Interne Betriebszeiten: Beinhalten Rüst- und Wegezeiten, Zeiten für Wartung und Reinigung der Maschinen. Diese betriebliche Arbeitszeit wird in den Stundenpreis einkalkuliert.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 5/2016 auf Seite 52. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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