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Technik

Dem Mähdrescher nur das Beste bieten

von , am
29.04.2015

Mähdrescher ernten heutzutage 80 Tonnen Korn innerhalb einer Stunde, setzen aber nur noch weniger als 50 % ihrer installierten Leistung auf dem Feld um. Wie kann das verbessert werden?

Differenzierte Stickstoffdüngung führt durch Homogenisierung der Abreife zu höherer Mähdrescherleistung. © Dr. Feiffer

Auch unter Bedingungen mit großen Flächen gilt diese Zahl im Durchschnitt leider als unangefochten. Forscht man nach den Ursachen der unzureichenden Leistung, stößt man auf drei Bereiche, die im Wesentlichen dafür verantwortlich sind.

Die Zeiteffizienz

Wenn z.B. 200 Stunden für die Ernte zur Verfügung stehen, muss möglichst jede Stunde zum Dreschen genutzt werden und darf nicht für logistische Unzulänglichkeiten einstehen. Hier ist die Organisation durch den Betriebsleiter gefragt, der  im Vorfeld die gesamte Logistik des Ernteablaufes plant. Je knapper die Mähdrescherkapazität, desto wichtiger wird die Logistik und umso stabsmäßiger sollte vorgeplant werden:
  • Wie wird die Erntereihenfolge festgelegt;
  • wer bringt die Schneidwerke raus;
  • wo/wie wird angemäht;
  • arbeitet der Umladewagen bei kurzen Stücken in Feldrandnähe, bei langen Flächen in der Mitte;
  • ist die Feldzu- und Abfahrt für LKW´s reibungslos, wo sind Umladepunkte;
  • ist eine Abkippfläche parat, wenn große Erntemengen im Lager nicht geschafft werden;
  • steht auch bei Hochdruck genügend Transportkapazität zur Verfügung;
  • werden die Essenpausen im Drusch überbrückt und von wem;
  • wie wird kommuniziert usw. 

Die Leistungseffizienz

Wenn die Logistik gut vorbereitet ist, spielt dieser zweite Bereich eine ebenso große Rolle. Wenn z.B. ein Mähdrescher 30 t/h ernten kann, dann muss der Fahrer auch mit 30 t/h dreschen und nicht mit 15 t/h gemütlich dahinziehen. Dazu benötigt man Top-Fahrer, die nicht nur fahren, sondern leisten:
  • ist er technisch versiert, um die Bordelektronik leistungssteigernd zu nutzen;
  • stellt er den Drescher bestandesoptimiert ein;
  • prüft er die Verluste;
  • kalibriert er das Verlustmeßgerät, um am Leistungs-Verlust-Limit zu ernten;
  • hat er eine Lenkhilfe, ein "Durchsatz-Tempomat", um frei für wertschöpfende Dinge zu sein;
  • wie teilt er die Beete ein;
  • wer hat das Sagen beim Überladen usw.
Nun müssen die ausgefeilte Logistik (Zeiteffizienz) und der Fahrer (Leistungseffizienz) auf gut geführte Bestände treffen.
 
Der dritte wichtige Bereich betrifft die Bestandplattform.Mehr zum Thema lesen Sie in der aktuellen LAND & Forst Ausgabe 18/2015 auf den Seiten 52 bis 53. Möchten Sie die LAND & Forst für einen Monat gratis zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…
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