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Maisanbau

Maisstoppeln zerkleinern: Keine Chance mehr für Zünsler und Fusarien

Lisa Marie Illemann und Christian Mühlhausen
am
31.08.2016

In Süd-Niedersachsen ist der Maiszünsler bereits aktiv. Johannes-Georg Sommer aus Gieboldehausen (Lkr. Göttingen) hat ein Gerät zu dessen Bekämpfung entwickelt.

Der Maiszünsler vernichtet vier Prozent der weltweiten Maisernte. So schätzt die FAO. Auch im südniedersächsischen Eichsfeld ist der Zünsler auf dem Vormarsch.

Eine bewährte, präventive Maßnahme gegen den Zünsler ist die Zerstörung des Überwinterungsquartiers des kleinen Falters - nämlich der Maisstoppel. Etliche Lösungen vom Mulcher über Walze bis zur Kettenegge werden dazu auf dem Markt angeboten, so richtig glücklich war Johannes-Georg Sommer (57) aus Gieboldehausen (Lk. Göttingen) allerdings mit keiner: zu geringe Flächenleistung, zu hoher Kraftstoffverbrauch, ungenügende Zerstörung der Stoppel und massiver Verschleiß, so das Urteil des gelernten Landmaschinenmechanikers und -kaufmanns über die verschiedenen Anbaugeräte.

Den Maiszünsler umweltschonend, aber wirkungsvoll bekämpfen

Motiviert von mehreren Landwirten aus der Region machte er sich seit 2012 daran, ein eigenes Gerät zu entwickeln. In diesem Herbst sollen drei Geräte in den finalen Testeinsatz gehen und im nächsten Jahr der Vertrieb über das Seesener Unternehmen Lothar Becker Agrartechnik GmbH starten.

Für Sommer war es wichtig ein System aus der Praxis heraus zu entwickeln, welches den Maiszünsler umweltschonend, also mit geringem Kraftstoffverbrauch und hoher Flächenleistung, und dabei trotzdem wirkungsvoll bekämpft.

Zwei Kreisel mit zwei Schiffsketten

Auf den DLG-Feldtagen informierten sich Dutzende Berater über das System: Sein „Z-ex Schlägelmäher System Sommer“ basiert auf einer Kreiselegge, bei der an zwei Kreiseln je zwei Schiffsketten der Güteklasse 8 montiert sind und an deren Ende ein massives 30-mm-starkes, 20 cm langes Stahlstück hängt, das für die Zerschlagung der Maisstoppeln sorgt.

Seit nunmehr vier Jahren wird seine derzeit im Patent- und Zertifizierungsverfahren befindliche Maschine in der Praxis kontinuierlich weiterentwickelt und konnte schon mehr als 1.000 Hektar erfolgreich bearbeiten. Bei einer Arbeitsgeschwindigkeit von 15 km/h bei vier Metern Arbeitsbreite - eine 9-Meter-Maschine ist in Planung - erzielt nach Sommers Angaben der Z-ex eine deutlich höhere Leistung als ein Mulcher und das bei geringerem Kraftstoffverbrauch.

Ein kurzes Video mit dem „Z-ex Schlägelmäher System Sommer“ in Aktion finden Sie auf Facebook unter LAND & Forst.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 35/2016 auf Seite 100. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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