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Maschinenumschlag

Neu- oder Gebrauchtkauf? Mit der richtigen Auslastung lässt sich sparen

Zwei Traktoren: Gebrauchter Fendt und neuer Claas
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Julia Eder, agrarheute
am
15.08.2017

Rechnet sich ein neuer Traktor oder reicht auch die Gebrauchtmaschine? Die LWK Niedersachsen hat Schlepperkosten in Abhängigkeit von der Auslastung berechnet.

Wann rechnet sich ein neuer Traktor? In welchen Fällen tut es auch ein Gebrauchter? Dr. Mathias Schindler von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat in verschiedenen Szenarien dargestellt, welche Kosten die Nutzung eines Schleppers mit rund 200 PS bei verschiedenen Auslastungen verursacht.

Traktorkosten: Verschiedene Szenarien berechnet

Schindler berechnet jeweils die Kosten von drei verschiedenen Nutzungsansprüchen (1.300 h/Jahr, 850 h/Jahr und 400 h/Jahr) für drei verschieden alte Schlepper (drei Jahre, sechs Jahre, neun Jahre). Dazu schätzt er auch die Kosten für den Kauf eines jungen Gebrauchten (ca. drei Jahre alt mit 3.900 h auf der Uhr) und der Nutzung über drei weitere Jahre bzw. sechs Jahre.

Schließlich berechnet er noch den Kauf eines "älteren" Gebrauchten (ca. 6 Jahre bzw. 7.800 h), der dann drei Jahre genutzt werden soll. Mit diesen Berechnungen beantwortet er vier Thesen:

  • Verursachen neue Schlepper immer die höchsten Kosten?
  • Senkt eine höhere Auslastung immer die Kosten?
  • Je höher die Auslastung desto eher lohnt der Umschlag - stimmt das?
  • Reicht bei geringerer Auslastung auch ein Gebrauchter?

Von neu bis gebraucht: Für jeden Schlepper die passende Nutzung

Schindler kam unter anderem zu dem Ergebnis, dass sich bei Auslastungen von mehr als 1.300 h/Jahr auch ein neuer Schlepper mit kurzen Umsetzzeiten durchaus rechnen kann. Sind noch nicht zu viele Stunden auf der Uhr und wurde der Schlepper vernünftig behandelt, gibt es für junge Gebrauchte durchaus noch gutes Geld.

Die guten "jungen Gebrauchten" wiederum sind interessant für Betriebe, die einen Schlepper für etwa 800 bis 900 h/Jahr brauchen. In diesem Auslastungsbereich fährt man mit einem Schlepperalter von drei bis neun Jahren am günstigsten.

Danach kommen die zum Zuge, die den Schlepper zwar brauchen, aber nur etwa 1 bis 1,5 h am Tag einsetzen. Hier werden die Schlepper erst günstig, wenn sie in einem guten Zustand mit sechs bis neun Jahren und 7.000 bis 8.000 Betriebsstunden gekauft werden können.

Schlepper innerbetrieblich umsetzen statt verkaufen

Wo es Betriebsgröße und Einsatzgebiete zulassen, kann der Schlepper auch innerbetrieblich umgesetzt werden. Neue oder sehr junge Schlepper sollten mehr als 1.200 h/Jahr arbeiten. Hat der Traktor 4.000 bis 5.000 Betriebsstunden erreicht, kann die Auslastung auf 700 bis 800 h/Jahr zurückgehen und mit weiter zunehmender Gesamtlaufleistung kann auch die jährliche Nutzung immer weiter zurückgefahren werden.

Wenn es nicht so sehr auf termingerechte Arbeitserledigung ankommt, ist jenseits der 7.500 Betriebsstunden die einzelne Stunde mit 41,58 Euro nur knapp teurer als bei hohen Auslastungen (39,43 Euro/h).

Hier finden Sie die gesamten Berechnungen und Ergebnisse der LWK Niedersachsen zu den Schlepperkosten.

Mit Material von LWK Niedersachsen

Marktübersicht: Traktoren der 200 PS-Klasse

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