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Technik

Wer wird neuer Europameister?

von , am
04.09.2013

Internationales Flair in Bad Rothenfelde. Vom 11. bis 16. September trifft sich dort die europäische Elite im Drehpflügen. Für die 30. Europameisterschaft haben sich 20 Teilnehmer aus zehn Ländern qualifiziert.

Erwarten die Teilnehmer und Zuschauer der 30. Europameisterschaften im Drehpflügen (v.l.): Gerhard Betz, Deutscher Vertreter im Weltpflügerrat, Bernd Schulze-Entrup, Vorsitzender des Deutschen Pflügerrates, Bernhard Rodenkirch, Geschäftsführer des Deutschen Pflügerrates, Dedo Müller, Organisationschef der EM und Helmut Wolf, Vorsitzender des Deutschen Pflügerrates. © Bach
Noch liegt das Stoppelfeld von Georg Meyer zu Hörste unberührt in der Sonne. In der kommenden Woche werden die Teilnehmer der 30. Europameisterschaft im Drehpflügen dem Boden zu Leibe rücken. Auf Parzellen mit einer Fläche von jeweils 20 ar müssen die Vertreter aus 20 verschiedenen Ländern ihr können Zeigen.

Dazu gehöre mehr als eine gerade Furche zu ziehen, erklärt Gebhard Betz, der als deutscher Vertreter im Weltpflügerrat so etwas wie der Außenminister der Deutschen Pflüger ist. Die trapezförmigen Flächen, die von den Teilnehmern mit Zweischarpflügen  umbrochen werden müssen, sind 100 Meter lang und 16 bis 24 Meter breit. Weil es in der Natur kaum exakt rechtwinklige Schläge gebe, haben auch die Flächen bei den Meisterschaften schräge Kanten.

Beim exakten Pflügen geht Qualität vor Schnelligkeit. Zwei Stunden und 40 Minuten haben die Teilnehmer Zeit, um die Fläche zu bearbeiten. Wer die vorgegebene Zeit überschreitet, muss Strafpunkte in Kauf nehmen. Die Teilnehmer nutzen dabei ihre eigenen Schlepper und Zweischarpflüge, die sie aus ihren Heimatorten mitbringen. Sechs Kampfrichter können in 14 Kategorien jeweils zehn Punkte vergeben. Punktabzug gibt es zum Beispiel, wenn nach dem Pflügen Stoppelreste, Bewuchs oder Fahrspuren zu sehen sind.

Gern gesehen ist bei den Juroren dagegen eine saubere, gleichmäßige Schlussfurche, bei der nichts doppelt gepflügt wurde und keine ungepflügten Reste verbleiben. Insgesamt sollen die Furchen in Form und Masse möglichst gleichmäßig sein und dicht beieinander liegen.
Der Wettkampf besteht aus zwei Teilen. Am Samstag starten die Teilnehmer nach der Begrüßung um zehn Uhr ab 11 Uhr mit dem Stoppelpflügen. Am Sonntag folgt das Graslandpflügen.

Ihr Können messen die Pflüger auf dem Hof von Georg Meyer zu Hörste im Bad Rothenfelder Ortsteil Aschendorf. Er hofft wie auch die Organisatoren vom Deutschen Pflügerrat, dass nicht nur Landwirte sondern auch viele andere Gäste bei den Wettkämpfen zusehen werden. "Bei der Europameisterschaft haben wir die Gelegenheit, zu zeigen wie Landwirtschaft funktioniert", erklärt Gebhard Betz. Pflügewettbewerbe seien Demonstrationen für mehr Verständnis zwischen Erzeugern und Verbrauchern. Sie zeigten wie eine nachhaltige Landwirtschaft dazu beiträgt, die Bodenfruchtbarkeit für die kommenden Generationen zu erhalten.

Es gehe deshalb bei den Wettkämpfen nicht nur darum, den besten Pflüger zu ermitteln, sondern auch darum einen Beitrag für den Konsens zwischen Verbrauchern und Erzeugern von Ernährungsgütern zu leisten, findet Betz. Für die teilnehmenden Landwirte und Vertreter der nationalen Pflügerorganisationen seien daneben auch der Austausch von Informationen und die Pflege von Freundschaften über die Grenzen hinweg von Bedeutung.

Am kommenden Mittwoch reisen die Teilnehmer und Delegationen in Bad Rothenfelde an. Am Donnerstag ist eine Exkursion in Claas-Werk nach Harsewinkel geplant. Einen Tag vor dem Wettkampf haben die Teilnehmer die Möglichkeit sich am Freitag beim Pflichttraining mit den Bodenverhältnissen vor Ort vertraut zu machen. Am Samstag und Sonntag können Zuschauer die Wettkämpfe von 11 bis 16 Uhr beobachten.

Am Sonntag, 17 Uhr, wird die Siegerehrung im Festzelt stattfinden. An beiden Wettkampftagen bieten die Landfrauen ab 14 Uhr Kaffee und Kuchen an.
 
Weitere Informationen unter: www.pfluegerrat.de.
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