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Technik

Mit der richtigen Technik pflegen

von , am
01.10.2014

Mähgeräte für die Pflege von Wege- und Feldrändern, aber auch für das Mähen von Grabenkanten und -böschungen können sehr unterschiedliche Ausstattungen aufweisen. Welche Technik eignet sich für diese Einsätze?

Schlegelmulcher sind robust und somit gut für den Einsatz zur Pflege von Feld- und Wegerändern geeignet. Der Anbau ist in der Front- oder Heckhydraulik möglich. © Gers-Grapperhaus

Technische Unterscheidungen finden sich nicht nur bei den eigentlichen Arbeitswerkzeugen und dem Geräteanbau, sondern auch im Hinblick auf die Gerätestabilität gibt es Unterschiede, da die Gerätebelastungen direkt von der Einsatzintensität abhängen.

Die eigentliche Mäharbeit kann grundsätzlich von verschiedenen Arbeitswerkzeugen erledigt werden. Mit Messerschneidwerken wird bei der Grabenreinigung überwiegend im feuchten, wasserführenden Bereich des Gewässers gearbeitet. Kreisel- oder Scheibenmäher werden vor allem als Anbaumaschinen am Schlepper beim Mähen größerer Flächen, wie z.B. flachen Deichen und Dämmen, Vorländern und Feuchtwiesen eingesetzt. Bei sehr dichten und verholzten Beständen kann es bei beiden Bauarten zu Problemen mit verstopften Mähwerken kommen.

Keine Probleme mit dichten Aufwüchsen haben dagegen Schlegelmulcher. Das Pflanzenmaterial wird von den Schlegeln zerschlagen und breitverteilt, sodass das Mähgut liegen bleiben kann. Ein weiterer Vorteil ist die Robustheit der Arbeitswerkzeuge. Selbst Fremdkörper können den Schlegelmulchern wenig anhaben. Der Antriebsbedarf der Schlegelwelle ist allerdings höher als z.B. der Antrieb eines Messerbalkens. Je nach Pflanzenbewuchs ist ein Leistungsbedarf von etwa 25 kW pro m Arbeitsbreite bei Schlegelmulchern erforderlich.

Diese Mulcher sind somit am besten für die Pflege von Wege- und Grabenkanten geeignet. Für Landwirte müssen diese Geräte oft vielseitiger einsetzbar sein. Neben dem Einsatz am Weges- und Feldrand werden sie oft auch für Mulcharbeiten auf Bracheflächen, zum Ausmähen von Wiesen, zum Mulchen von Maisstoppeln oder zum Schröpfen von Zwischenfruchtbeständen eingesetzt werden.

Für die unterschiedlichen Einsatzzwecke stehen verschiedene Schlegelbauarten zur Verfügung. S- und Y-förmige Schlegel werden bevorzugt bei üppigem Bewuchs eingesetzt, da sie einen besseren Zerkleinerungseffekt und einen etwas geringeren Leistungsbedarf haben. Hammerschlegel sind für alle Arbeiten einsetzbar und stellen somit als Universalschlegel die am meisten verbreitete Bauart dar. Die Arbeitsbreite von Anbauschlegelmulchern liegt zwischen 1,50 und 3 m. Weitere Unterschiede gibt es bei der Anordnung der Schlegel auf der Welle, bei der Aufhängung der Schlegel, beim Gewicht sowie der Stahlqualität der Schlegel.

Aus den genannten Gründen gibt es auch große Preisunterschiede bei den verschiedenen Schlegelmulchern. Je nach Einsatzhäufigkeit kann zwischen "leichten" und "schweren" Ausführungen gewählt werden. Bei den schweren Geräteausführungen ist die gesamte Gerätestabilität vom Anbaurahmen, über den Geräteantrieb bis zur Ausführung der Schlegelwelle und der Schlegel auf den professionellen Arbeitseinsatz ausgelegt. Dementsprechend hoch sind die Investitionskosten.

Geräteanbau


Für Landwirte ist der Schlepperanbau üblich. Schlegelmulcher können beim Standardschlepper in der Front- oder in der Heckhydraulik angebaut werden. Heckanbaugeräte ermöglichen einen schnellen Geräteanbau und haben hohe Arbeitsleitungen. Nachteilig kann die begrenzte seitliche Reichweite sein. Aus diesem Grund bieten die meisten Hersteller auch Ausführungen an, bei denen mit Hilfe mechanischer oder hydraulischer Schwenkvorrichtungen eine seitliche Verschiebung der Mulcher von etwa 50 cm neben die Schlepperspur erreicht wird. Das erleichtert die Bearbeitung von Feld- und Wegerändern erheblich.

Trotzdem bleibt die Reichweite begrenzt. Wer Arbeiten an breiteren Böschungskanten oder im Böschungsbereich erledigen möchte, muss eine andere Bauart wählen. Dafür sind sogenannte Seitenmäher geeignet. Diese Bauart gibt es ebenfalls für den Front- oder Heckanbau. Die Seitenmäher arbeiten versetzt neben dem Schlepper. Über Hydrauliksteuerungen können die Mäher stufenlos variiert werden, sodass unterschiedliche Böschungswinkel eingestellt werden können. Der Schwenkbereich erstreckt sich von +90° bis -70 ° das bedeutet, dass sowohl Hanglagen wie auch Grabenböschungen gemäht werden können.

Wer auch Mäharbeiten über Zäune hinweg oder an gegenüberliegenden Böschungen erledigen will, muss mit Mähauslegern an einem Trägerfahrzeug arbeiten. Als Fahrzeuge eignet sich der Standardschlepper ebenso wie Trac-Schlepper und auch Spezialfahrzeuge wie sie nur für die Gewässerunterhaltung eingesetzt werden.
Für Landwirte sind Mähausleger interessant, die sich beim Standardschlepper in der Front- oder Heckhydraulik anbauen lassen. Als Vorteil beim Anbau in die Heckhydraulik ist der schnelle Gerätean- und -abbau zu nennen. Außerdem ist es die kostengünstigste Möglichkeit.

Bei den Frontanbaugeräten ist von Vorteil, dass die Arbeitswerkzeuge stets im Blickfeld des Fahrers liegen. Dafür ist neben der Fronthydraulik meistens auch eine Frontzapfwelle erforderlich. Deutlich teuerer und aufwändiger ist auch der Zwischenachsanbau, der eine gleichmäßigere Gewichtsverteilung am Schlepper ermöglicht. Ebenfalls nur für Lohunternehmer oder Unterhaltungsverbände interessant ist auf Aufbau bei Trac-Schleppern auf der hinteren oder der vorderen Ladefläche. Mit den sogenannten Aufbaumähauslegern kann beidseitig neben dem Fahrzeug gearbeitet werden.

Die Reichweite der Mähausleger ist abhängig vom Schleppergewicht und von den zusätzlich angebrachten Ballastgewichten. Die Reichweiten liegen zwischen 2,5 m und 9 m. An die Mähausleger lassen sich alle Arbeitswerkzeuge anbauen. Die Arbeitsbreite der Schlegelmulcher beträgt hierbei etwa 1,20 bis 1,50 m. Der Geräteantrieb erfolgt hydraulisch. Dafür werden spezielle Hydraulikpumpen (je nach Ausführung bis zu drei Pumpen) über die Schlepperzapfwelle angetrieben.

Neben den Mähgeräten wie Schlegelmulcher oder Messerbalken können an Mähausleger auch Lichtraumprofilschneider wie die Astscheren angebaut werden. Sie sind vom Arbeitsprinzip mit grobgezahnten Messerbalken vergleichbar. Ein hydraulisch angetriebenes Messer drückt die Äste und Zweige gegen einen feststehenden Messerbalken und schneidet sie ab. Bis zu 12 cm dicke Äste können mit diesen Astscheren erfasst und geschnitten werden. Die Schnittbreite liegt zwischen 1,50 und 2,20 m.

Spezialgeräte

Von den Unterhaltungsverbänden oder auch Lohnunternehmern werden an schmalen Böschungskanten 3-Rad Böschungsmäher eingesetzt. Bei diesen Geräten wird ein Stützrad an einem hydraulischen Ausleger im Böschungsbereich geführt. Sie benötigen zum Fahren an der oberen Böschungskante einen nur etwa 50 cm breiten Fahrstreifen. Bis zu drei Mähausleger können mit unterschiedlichen Arbeitsgeräten kombiniert werden. Neben den Schlegelmulchern sind dies meistens Messerbalkenmäher und Räumharken, die das Mähgut aus dem Böschungsbereich entfernen.

Zum Ausmähen der Grabensohle werden Mähkörbe an Baggerauslegern eingesetzt. Sie verfügen über ein Messerschneidwerk und einem Fangkorb für das Mähgut. Die Körbe weisen eine Breite von 3 bis 5 m auf. Für schwere Raupenbagger werden sie aber auch mit einer Arbeitsbreite von 8,50 m angeboten. Abhängig von der Reichweite des Baggers oder des Auslegers können Gewässer bis ungefähr 10 m Breite gekrautet werden. Das Mähgut wird sofort entnommen, am Rand abgelegt oder auf ein Transportfahrzeug verladen. 
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