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Selbstfahrer

Selbstfahrende Futtermischwagen jetzt steuerfrei

Selbstfahrer-Futtermischwagen
Ab 1. Januar 2018 können Selbstfahrende Futtermischwagen bis 25 km/h bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit von der Kfz-Steuer befreit werden. © Martin Vaupel/LWK Niedersachsen
von am
04.01.2018

Seit 1. Januar sind selbstfahrende Futtermischwagen bis zu einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit (bbH) von 25 km/h von der Kraftfahrzeug-Steuer befreit.

Ab dem 1. Januar 2018 gibt es eine Änderung bei selbstfahrenden Futtermischwagen: Sie sind dann bis zu einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit (bbH) von 25 km/h von der Kraftfahrzeug-Steuer befreit. Diese Änderung wurde bereits im Juli 2017 vom Bundesrat verabschiedet und ist nun in Kraft getreten.

Die Fahrzeug-Zulassungs-Verordnung (FZV) wurde angepasst, weil:

  • selbstfahrende Futtermischwagen in erster Linie für die Tierfütterung und nicht dem Gütertransport dienen und so
  • eine Gleichbehandlung gegenüber angehängten Futtermischwagen zu erreichen ist.

Mit der zweiten Verordnung zur Änderung der FZV sind nun

  • die selbstfahrenden Futtermischwagen mit einer bbH von nicht mehr als 25 km/h, als selbstfahrende Arbeitsmaschinen aufgenommen worden.
  • Futtermischwagen, die eine Zulassung von mehr als 25 km/h aufweisen, sind nicht von dieser Ausnahme betroffen und weiterhin Kfz-steuerpflichtig!

Bisher je nach Fahrzeuggröße 1.700 Euro pro Monat

Bisher konnten selbstfahrende Futtermischwagen nicht als selbstfahrende Arbeitsmaschinen eingestuft werden, da mit diesen Fahrzeugen keine Transporte durchgeführt werden dürfen.

Dadurch bedingt wurden die selbstfahrenden Futtermischwagen zu meist als „sonstige Kraftfahrzeuge“ zugelassen und sind dann auch Kfz-steuerpflichtig. Je nach Größe des Fahrzeugs waren rund 1.700 € pro Jahr fällig.

Auch wenn ein landwirtschaftlicher Betrieb nur zum Befüllen des Wagens auf die gegenüberliegende Straßenseite zum Siloplatz fahren muss, war die volle Kfz-Steuer zu zahlen.

Bereits eingesetzte selbstfahrende Futtermischwagen umschreiben lassen

    Landwirte, die einen neuen selbstfahrenden Futtermischwagen kaufen und die Kfz-Steuerbefreiung in Anspruch nehmen möchten, sollten künftig folgendes beachten:

    • Der Wagen sollte als selbstfahrende Arbeitsmaschine und nur bis zu 25 km/h zugelassen werden.
    • Selbstfahrende Futtermischwagen, die aktuell in den Betrieben eingesetzt werden und für die Kfz-Steuer entrichtet wird, müssen bei der örtlichen Zulassungsstelle umgeschrieben werden.

    Eine automatische Steuerbefreiung wird es wohl nicht geben. Der Halter muss sich entsprechend darum kümmern und kann nach erfolgter Umschreibung zur selbstfahrenden Arbeitsmaschine beim Hauptzollamt die Steuerbefreiung beantragn.

    Ebenso verhält es sich bei Fahrzeugen, die bisher schneller als 25 km/h bbH zugelassen sind und auch von der Kfz-Steuer befreit werden sollen. Dabei ist außerdem folgendes zu beachten:

    • Sie müssen auf 25 km/h gedrosselt werden.
    • Eine Umschlüsselung zur selbstfahrenden Arbeitsmaschine kann dann mit einem entsprechenden Gutachten eines Sachverständigen (TÜV) bei der örtlichen Straßenverkehrsbehörde erfolgen.

    Selbstfahrer bis 20 km/h über Betriebshaftpflicht mitversichern

      Grundsätzlich sind selbstfahrende Arbeitsmaschinen bis 20 km/h bbH von der Zulassung befreit und müssen beispielsweise nicht zur Hauptuntersuchung. Diese Fahrzeuge sind über die Betriebshaftpflicht mitzuversichern.

      Wichtig bei diesen Fahrzeugen ist, dass eine Betriebserlaubnis mitgeführt wird und sie an beiden Seiten und heckseitig „20ger Geschwindigkeitsschilder“ haben müssen. Diese kennzeichnet das Fahrzeug als zulassungsfreie selbstfahrende Arbeitsmaschine.

      Alle selbstfahrenden Arbeitsmaschinen die schneller als 20 km/h bbH zugelassen werden, benötigen ein eigenes Kennzeichen, eine eigene Kfz-Haftpflichtversicherung und sie müssen auch alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung (TÜV).

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