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Technik

Spargelverarbeitung unter einem Dach

von , am
04.12.2013

Die Spargelverarbeitung findet auf dem Hof Alhusen seit 100 Jahren in vorhandenen Gebäuden statt. Nun haben der Betriebsleiter und seine Frau eine neue Halle gebaut. Warum sie Holz einsetzten, lesen Sie hier.

Zunächst erfolgte die Montage der Wandverkleidung mit 60 mm starken Stahlisopaneele und anschießend wurden gleichstarke Dachpaneele verlegt. © Werkfoto/Schorling-Holz

Als sich während der Spargelsaison die unterschiedlichsten Verpackungen vor dem Fachwerkhaus türmten, das als Sortierhalle diente, war für Dr. Magnus Alhusen eine Grenze erreicht: "Wir müssen eine große Bandbreite an Verpackungen vorhalten. Außerdem kamen im Laufe der Jahrzehnte immer mehr Maschinen und Geräte hinzu. Das konnten wir in den vorhandenen Gebäuden einfach nicht mehr leisten."
 
Gemeinsam mit seiner Frau Beatrix führt er einen Betrieb in Eystrup-Mahlen (Landkreis Nienburg) mit 80 ha Spargelanbau, Ackerbau und Schweinemast. Die Ernte und Verarbeitung des Edelgemüses erfolgt durch 90 polnische Mitarbeiter. Das Vermarktungsgebiet erstreckt sich über Nordwest-Deutschland. sen-"Die Anforderungen unsere Kunden sind hoch. Wir müssen zahlreiche Standards erfüllen, damit die Verbrauchersicherheit gewährleistet ist", weiß Dr. Alhusen. Das fängt bei der ununterbrochenen Kühlkette an und endet beim Strichcode auf der Verpackung. Deshalb sind rationelle Arbeitsabläufe unerlässlich. Das bietet nun für die nächste Saison die neue Spargelverarbeitungshalle mit einer eigenen Zufahrt.
 
Das Betriebsleiterehepaar entschied sich für eine völlige Trennung von den vorhandenen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden. Deshalb wurden auch neue Büroräume in die Halle integriert. "Wir wollten alles, was zum Betriebszweig gehört unter einem Dach haben", argumentiert der Bauherr. Architekt Waldemar Masur (Hoya) setzte die Wünsche in eine 40 mal 25 Meter zzgl. 5,00 m Vordach große freitragende Holzhalle um.
 
Warum die Entscheidung für Holz? "Das sieht einfach toll aus. Wir wollten keinen schlichten Schuhkarton sondern eine Halle, die sich anpassen lässt", erklärte Dr. Alhusen. Aufbau und Montage ab Oberkante Fundament übernahm die Holzbaufirma Schorling-Holz (Bassum). Inhaber Hilmer Schorling hat viel Erfahrung mit Hallen- und Stallbau, denn viele seiner Kunden kommen aus dem Agrarsektor.
 
Schorling-Holz montierte zunächst das Hallenskelett aus Stahlstützen und Dachbindern. "Die Leimbinder vermitteln von innen eine optische Wärme". Dann erfolgt die Montage der Wandverkleidung mit 60 mm starken Stahlisopaneele und abschießend wurden gleichstarke Dachpaneele verlegt. Das besondere an der Dacheindeckung ist der Wärmedurchgangswert von 0,39 w/m2 K. "Die Sandwichpaneele halten die Wärme im Sommer exzellent draußen", weiß Hilmer Schorling. Das wiederum kommt sowohl dem empfindlichen Spargel als auch den Kühlaggregaten in der Halle zu Gute. Sämtliche Bauhölzer sind imprägniert gegen Schädlinge.
 
Die dunkelgrüne Satteldachhalle mit einer Traufenhöhe von 6,20 m wurde individuell für Familie Alhusen angepasst. "Wir wollten gerne Sprossenfenster und Sektionaltore sowie eine Holzverkleidung am First, um den Baustoff auch nach außen sichtbar zu machen", erklärte der Bauherr. Bei der Innenausstattung entschied sich das Ehepaar für einen geglätteten Betonfußboden mit Rinnen für den Wasserablauf. Sämtliche Technik wie Sortierbänder und Kühltechnik wurde integriert. In der "ersten Etage" hat die Holzbaufirma 400 m2 Lagerboden montiert. Dort haben nun unter anderem die vielen Verpackungen genügend Platz.

Die Baukosten hatte Alhusen zunächst mit 100 Euro/m2 angenommen. Durch die individuellen Wünsche steigerte sich dieser Wert samt Außenanlage auf insgesamt 345 Euro/m2.
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