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Reportage

Strohbergung: 15.000 Quaderballen in einem Sommer

Stroh-Strohbergung-Landtechnik
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Cord Leymann, LAND & Forst
am
06.06.2018

Seit über zehn Jahren geht es bei Florian Böckmann um das Thema „Stroh“. Der Landwirt aus Venne, Kreis Osnabrück, ist Profi in Sachen Strohmanagement.

Anfänglich über Mund-zu-Mund-Propaganda, hat sich der Betrieb von Florian Böckmann mittlerweile in seinem Spezialgebiet "Strohmanagemant" gut etabliert. „Die Anfänge haben sich eigentlich 2007 aus einer Laune heraus ergeben“, schmunzelt der Landwirt. Doch dann begann die Sache Fahrt aufzunehmen.

Böckmann wirtschaftet, zusammen mit Schwiegervater Wilhelm Böckmann, auf dem landwirtschatflichen Betrieb viehlos. Ihre Standbeine:

  • Kartoffel-, Getreide- und Maisproduktion,
  • ein gewisser Grünlandanteil,
  • Agrar-Service Böckmann mit Handel von Stroh und gebrauchter Landtechnik.
  • Dazu kommen noch einige Lohnarbeiten wie zum Beispiel das Mulchen von Maisstoppeln.

15.000 Quaderballen in einem Sommer

    Florian Böckmann schaut realistisch auf seine Situation: „Seit zwei bis drei Jahren haben wir einen Punkt erreicht, an dem wir nicht mehr wachsen wollen." Sie bewegen uns auf einem Niveau mit ihrem Geschäft, das "gerade so noch gut zu bewältigen ist“:

    • In einem Sommer werden von vornehmlich drei beauftragten Lohnunternehmern an die 15.000 Quaderballen gepresst.
    • Gehandelt werden bis zu 20.000 Ballen im Jahr, dazu kauft Böckmann noch Stroh bei Berufskollegen zu.

    Felder maximal 50 Kilometer um den Hof

      Die Lohnunternehmer arbeiten bereits langfristig für ihn, es existiert eine enge Beziehung. „Es ist ein Geben und Nehmen. Sie wissen, dass sie Jahr für Jahr mit uns planen können. Wir wissen, dass wir qualitativ hochwertige Ballen bekommen“, betont Böckmann.

      Die Felder befinden sich in maximal 50 Kilometer Entfernung um die Hofstelle. Ein Vorteil ist der Radius beim Wetter, denn es regnet häufig regional sehr unterschiedlich. Regnet es im Westen, kann das Stroh im Osten geborgen werden und anders herum.

      Ballen leicht versetzt für mehr Stabilität

      Eingelagert wird noch bei einem anderen Landwirt, ansonsten auf dem eigenen Betrieb:

      • In einer großen Halle (60 m x 40 m) kann er bis zu 8.000 Quaderballen (2,4 m x 1,2 m x 0,9 m) einlagern.
      • 70 Prozent der Ballen haben inzwischen dieses Maß. Es ist einfacher, diese Ballen zu laden und zu lagern.
      • Die anderen 30 Prozent sind 70 Zentimeter hohe Ballen.

      In der Halle werden dann bis zu zwölf Ballen leicht versetzt, für die Stabilität, übereinander gelagert. „70 Zentimeter hohe Ballen sind für solch ein Konstrukt nicht so gut geeignet, das wird zu kippelig“, erklärt er.

      Teleskoplader in 9-m-Ausführung

      Für diese Arbeiten werden Teleskoplader in der 9 m-Ausführung eingesetzt. Als Unterlage wird loses Stroh verwendet, damit Feuchtigkeit keine Chance hat.

      Die 90er-Ballen wiegen, je nach Strohsorte bzw. Pressen-Technik, zwischen 400 und gut 500 kg, die 70er-Ballen zwischen 250 bis 300 kg. Böckmann merkt an, dass bei einer halben Tonne Gewicht nicht jeder landwirtschatfliche Betrieb begeistert ist. Da gebe es dann schon mal Probleme mit der Weiterverarbeitung.

      Stroh geht an Milchvieh- oder Pferdehalter

      Das Stroh geht fast komplett an landwirtschaftliche Betriebe, beispielsweise Milchvieh- oder Pferdebetriebe.
      „Diese Betriebe haben ihre wiederkehrenden Mengen, auf die wir uns einstellen könen. Die Belieferung erfolgt kontinuierlich, die Kunden benötigen kaum Lagerraum“, so der Landwirt. Zu 90 Prozent kann Böckmann auf einen festen Kundenstamm bauen.

      Aber auch Heu und Silage-Rundballen hat Böckmann im Angebot. Diese werden dann von Partnern zugekauft. Mit Stroh-Rundballen hat er sonst nichts im Sinn.

      Wenden, Schwaden, Belüften

      Die meisten Kunden befinden sich im Umkreis von 60 Kilometern um Vorwalde und sie wollen Qualität. „Und die bekommen sie“, betont Florian Böckmann. Sobald das Stroh den Mähdrescher verlasse, sei es „sein Problem“.

      Wenden, Schwaden und das Belüften (z. B. beim Vorgewende) sind die sich anschließenden Arbeitsgänge. Ein Strohlüfter, zwei Wender à elf Meter und ein Vierkreisel-Großflächenschwader übernehmen dann diese Arbeiten.

      Ballen nach Strohsorten getrennt

      Spätestens eine Stunde nach dem Pressen seien die Felder geräumt. Kein Ballen liege über Nacht draußen, egal, wie lange das Sammeln am Abend dauere. Auf dem Betrieb werden die unterschiedlichen Ballen nach Strohsorten getrennt gelagert. So behält er den Überblick und weiß, was noch verkauft werden kann.

      Bis zu 14 Fahrzeuge sind in der Saison unterwegs, um das Stroh zum Einlagern zu fahren. Per Lkw geht das Stroh, verzurrt mit Spanngurten, später zu den Kunden.

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