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Getreide

Trocknung und Lagerung von Getreide optimal gestalten

© Albert Spreu
Albert Spreu, RKL, Rendsburg
am
14.01.2016

Mit der passenden Technik für Getreidetrocknung und -lagerung sparen Sie bares Geld. Was Sie bei der Wahl geeigneter Systeme - angepasst an Klimazone sowie innerbetriebliche Erfordernisse - beachten sollten, lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 2.

Bei den volatilen Märkten, denen wir ausgesetzt sind, ist es besonders wichtig die Kosten stets im Blick zu behalten. Die Getreidetrocknung und Lagerung verursacht immer Kosten, die aber durch die Wahl des richtigen Trocknungssystems möglichst gering gehalten werden sollten. Eine fachliche und vor allem unabhängige Beratung kann helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Getreidelagerung und -trocknung je nach Klimazone

Niedersachsen kann in mehrere Klimazonen unterteilt werden, in denen die zur Verfügung stehenden Mähdruschstunden variieren. So haben die küstennahen Standorte der Klimazonen 9 bis 12 einen anderen Anspruch an die Getreidelagerungs- und -trocknungssysteme als bspw. die Frühdruschgebiete in den Klimazonen 5 bis 7. In den Frühdruschgebieten wird in der Regel mehr als die Hälfte der Getreideerntemenge mit Kornfeuchten unter 17 % geerntet. Ebenso sind Partien mit mehr als 19 % Kornfeuchte in der Ernte eher eine Ausnahme. Dieser Umstand ermöglicht es, dass mit der Zeit zu klein gewordene Getreideanlagen durch simple Maßnahmen weiterhin genutzt werden können.

 

Getreide im Lager konservieren

Auch wenn 17 % des Getreides nicht lagerfähig ist und einer Konservierungsmaßnahme bedarf, so ist eine umgehende Trocknung nicht notwendig. In temporären Zwischenlagern kann 17%iges Getreide bis zu drei Tagen ohne Belüftung verweilen, ohne dass für Konsumware Veränderungen der Qualitäten zu verzeichnen sind. Somit kann das Getreide zum optimalen technologischen und betriebswirtschaftlichen Zeitpunkt geerntet und in den folgenden Tagen konserviert werden.

 

 

Angeliefertes Getreide möglichst zeitnah verarbeiten

Üblicherweise werden für die temporäre Zwischenlagerung leerstehende Hallen genutzt oder aber Zwischenlager auf einer planbefestigten Fläche erstellt. Da jedoch bei einer solchen Zwischenlagerung die Gefahr der Kontamination mit unerwünschten oder gefährlichen Stoffen besteht, darf dieser Ort zuvor nicht zur Lagerung von Betriebsstoffen, Pflanzenschutzmitteln, Klärschlamm, Hühnertrockenkot oder Knochenmehl genutzt worden sein.

Des Weiteren muss dieselbe Regel wie in der Logistik „first in - first out“ eingehalten werden. Diese Regel scheint lapidar. Sie ist jedoch ein Garant dafür, dass das angelieferte Getreide auch möglichst zeitnah verarbeitet wird und es nicht zu unerwünschten Qualitätsveränderungen von Teilmengen im Zwischenlager kommt.

Temporäre Zwischenlager

Steht keine Hallenkapazität zur Ernte zur Verfügung, so besteht die Möglichkeit, temporäre Zwischenlager auf planbefestigten Flächen zu erstellen. Für die Außenlagerung hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die genutzten Flächen konvex aufgebaut sind. Eine Fläche mit einem Gefälle von zwei Grad sorgt im Ernstfall dafür, dass kein Regenwasser unter den Getreidestapel fließen kann. Sollte es jedoch dazu kommen, dass Wasser unter den Stapel fließt, so steigt dieses bis zu 30 cm auf und sorgt für einen schnellen Verderb des Getreides. Diesen Umstand gilt es zu vermeiden.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 02/2016 ab Seite 44. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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