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Technik

Unterfußdüngung: Mais über ein Gülleband aussäen

von , am
18.03.2015

Durch eine Unterfußdüngung beim Mais ist mineralisch oder auch mit Gülle möglich. Die LAND & Forst berichtet von Erfahrungen mit unterschiedlichen Verfahren.

Die Strip-Till-Verfahren mit Gülleinjektion vereinen die Vorteile der streifenweisen Bodenbearbeitung mit denen der Gülleunterfußdüngung. Auf den leichteren Böden hat diese Technik bereits beachtliche Verbreitung gefunden. © Dr. Kowalewsky

Die Unterfußdüngung bei Mais ist auch mit Gülle möglich, ein sinnvoller Beitrag zu Verringerung des Nährstoffüberschusses in Betrieben mit intensiver Veredlung. Das wird zukünftig immer wichtiger, denn: Die ersten Entwürfe der neuen Düngeverordnung lassen darauf schließen, dass demnächst die Düngung mit organischen Nährstoffträgern wie Mist und Gülle noch stärker reglementiert wird.
 
Derzeit schlägt die Abgabe von 1 m³ Schweinegülle mit 10 € bis 15 € zu Buche. Bei einem Phosphatgehalt von 2,5 kg/m³ entspricht das umgerechnet einem Kostenaufwand von 4 bis 6 € pro kg Phosphat. Kein Wunder also, dass gerade in den Veredlungsregionen das Interesse sehr groß ist, zukünftig mehr Gülle zur Unterfußdüngung von Mais einzusetzen.

Entwicklung mit Problemen

Vor etwa 15 Jahren hat man in den Niederlanden und im nordwestlichen Niedersachsen damit begonnen, technische Verfahren zur Gülleunterfußdüngung beim Mais zu entwickeln. Dabei wurde zunächst versucht, wie bei der mineralischen Unterfußdüngung auch, die Düngung und die Aussaat in einem Arbeitsgang zu kombinieren. Das Maissägerät wurde zu diesem Zweck an einen Güllewagen angebaut, der mit einem Gülleinjektor ausgestattet war. Mit dieser in einem Gerät vereinten Dünge- und Aussaattechnik war es zwar möglich, die Gülle exakt 5 cm neben und 5 cm unterhalb des abgelegten Maissaatgutes zu platzieren, in der Praxis traten aber erhebliche Probleme auf. Probleme gab es, weil das am Güllewagen angebaute Maissägerät bei Straßenfahrt störte und die Nutzlast der Güllewagen reduzierte.
 
Als noch größeres Problem erwies sich die drastisch verringerte Flächenleistung bei der Maisaussaat. Je nach Hof-Feldentfernung dauerte die Maisaussaat mit dieser Technik um das Drei- bis Sechsfache länger, weil das Befüllen des Güllewagens und der Straßentransport im Vergleich zur Aussaat ein Vielfaches an Zeit in Anspruch nahmen. Dieses Problem hätte sich zwar lösen lassen, wenn mit einem Zulieferfahrzeug die Gülle zum Feld gebracht und dort in den Güllewagen eingefüllt würde. Dieses getrennte Ausbringverfahren bringt aber in Verbindung mit der Maisaussaat besondere organisatorische Probleme mit sich und hat sich deshalb in Regionen mit relativ kleinen Parzellen nicht durchsetzen können.

Schlechte Sicht aufs Sägerät

Als problematisch wurde auch der Anbau des Sägerätes an den Güllewagen angesehen, weil die Sicht auf das Sägerät schlecht und weil das exakte Anschlussfahren schwierig sind. Da bei diesem Verfahren die Gülleablage unmittelbar neben das Saatgut erfolgt, ist die Ablage teilweise direkt in die Gülle erfolgt, was zu Keimschädigungen führte. Durch das Injektionsschar wurde außerdem der Boden so stark gelockert, das bei anschließender Trockenheit die Wasserversorgung der Keimlinge nicht mehr ausreichte.
 
Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 12/2015 auf den Seiten 56 bis 59. Möchten Sie die LAND & Forst für einen Monat gratis zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…
 
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