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Sonstiges

Auch 2012 hohe Qualität

von , am
03.04.2013

In Niedersachsen stehen aktuell auf knapp 142.000 ha Raps, das sind 16 % mehr als im Vorjahr. Für 2012 liegen inzwischen die Ergebnisse des landesweiten Monitorings für Rapsextraktionsschrot (RES) vor.

Der Einsatz von RES im Schweinefutter rechnet sich, wenn der Rapsschrotpreis weniger als 65-68 % des Sojaschrotpreises beträgt. © agrar-press

Auch in östlichen Lieferländern wie der Ukraine wurde die Aussaatfläche bei Raps vergrößert. Die mögliche Erntemenge liegt dort bei durchschnittlichen Erträgen bei fast 2 Mio. t und damit beinahe doppelt so hoch wie im vergangenen Jahr. Wegen der großen Nachfrage müssen die deutschen Ölmühlen in diesem Jahr vermehrt auf importierte Rapschargen zurückgreifen. Die gute Nachfrage der Tierhalter resultiert dabei in erster Linie aus guten Erfahrungen in den Betrieben, bei der Milchkuh können bis über 4 kg pro Tag eingesetzt werden.

Qualität muss stimmen

Beim Schwein können große Teile des Sojaschrotes ersetzt werden, in der Endmast 15-20 %, und auch in der Ferkelaufzucht bestätigen Untersuchungen Einsatzraten von 10-15 %. Findige Schweinehalter greifen in Niedrigpreisphasen beim Rapsschrot zu und schließen längerfristige Kontrakte ab.

Aber für hohe Leistungen ist qualitativ hochwertige Ware notwendig. Um dieses unabhängig zu überwachen, gab es auch 2012 wieder ein landesweites RES-Monitoring, das von der UFOP (Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V.) unterstützt wird. 2012 wurden insgesamt 83 Proben aus zehn Bundesländern untersucht. Ähnlich den Ergebnissen der vergangenen Jahre zeigte das RES auch 2012 eine gleichmäßig gute Qualität.  Mit einer mittleren Trockenmasse von 88,7 % waren die Voraussetzungen für die Lagerung optimal.

Der Rohfasergehalt bewegt sich im Rahmen der Zahlen der Vorjahre bei 11,6 %. Zu bemerken ist der Rückgang des Restfettgehaltes des RES im Laufe der vergangenen Jahre. In 2012 waren es nur noch 2,4 %. Der Eiweißgehalt lag mit 33,9 % ebenfalls auf konstant hohem Niveau. Der Energiegehalt lag 2012 mit 6,4 MJNEL fürs Rind und 10,0 MJME fürs Schwein im Mittel der Jahre zuvor. Erstmals wurde auch der Energiewert für das Geflügel ausgewiesen. Dieser liegt mit durchschnittlich 7,3 MJME im Bereich der Tabellenwerte. Sowohl die nXP-Werte (223 g) wie auch die RNB-Werte (19 g) lagen im Mittel der vergangenen Jahre.

Betrachtet man die Werte für den antinutritiven Inhaltsstoff Glucosinolat, bewegt sich dieser mit 7,8 mmol/kg ebenfalls im Bereich der Werte der vergangenen fünf Jahre. Es lagen aber Ausreißer nach oben vor. Den Extremwert von 21 mmol/kg erreichte ein Rapsschrot tschechischer Herkunft.

Glucosinolatgehalte

Diese Ausreißer können bei höheren Einsatzmengen zu Problemen in der Futteraufnahme führen. Da auch in 2013 Rapssaat in nennenswerten Größenordnungen importiert werden wird, gilt es auf eine Sorte mit geringem Glucosinolatgehalt (max. 18 mmol/kg) zurückzugreifen.

Der Lysingehalt lag im Jahr 2012 mit 18,1 g/kg leicht unter den Werten der vergangenen beiden Jahre. Dies sollte in den Rationsberechnungen berücksichtigt werden.
Bei der Untersuchung auf Mengen- und Spurenelemente zeigte sich auch in diesem Jahr, dass die tabellierten Werte in etwa erreicht wurden.  Berechnet man aus den Werten für Kalium, Natrium, Chlor und Schwefel das Kationen-Anionen-Verhältnis (DCAB), das für die Beurteilung einer eventuell bestehenden Milchfiebergefahr in der Vorbereitungsfütterung bei Milchkühen von Bedeutung ist, erhält man hier Werte von durchschnittlich -69 meq/kg.
Im Zuge des Monitoring wurden weiterhin die Angaben der Hersteller/Verkäufer von Rapsschrot in Bezug auf die Rohproteinwerte der verkauften Ware überprüft. Bezieht man die Toleranzen mit ein, haben 2012 alle untersuchten RES die deklarierten Rohproteinwerte eingehalten.

Wer künftig am Rapsmonitoring teilnehmen möchte (die Daten werden nach Analyse sofort zur Verfügung gestellt), wende sich an seinen Fütterungsberater oder den Autoren (Manfred.Weber@llfg.mlu.sachsen-anhalt.de).
Nachfolgend finden Sie die Tabelle zum Herunterladen:
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