Login
Schwein

Abferkelstall: Wohlfühlklima ist angesagt

von , am
04.03.2015

Wie kann man ein passendes Wohlfühlklima für Hochleistungssau und Ferkel schaffen? Die Klimaansprüche sind sehr unterschiedlich. Ferkelnestabdeckungen können eine gute Lösung sein.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Ferkelnestabdeckungen zu installieren. Auch in bestehenden Ställen kann dies etwa mit einfachen Mehrschichtplatten erfolgen, es muss nicht unbedingt Kunststoff oder Metall sein. Zu achten ist dabei jedoch auf die Hygieneeigenschaften. © Bönsch

Das größte Problem im Abferkelstall besteht darin, die Temperaturen für Sau und Ferkel innerhalb jeder einzelnen Bucht optimal zu steuern. Ist es für die Sau zu warm, sinkt zum Beispiel die Futteraufnahme und in Folge die Milchproduktion, was verständlicherweise von Nachteil für die Ferkel werden kann. Ist es im Gegensatz für die Ferkel zu kalt, verbrauchen diese zu viele Energiereserven. Dadurch kann ihr Wachstum ausgebremst werden.

Die ersten zehn Tage

Ferkel besitzen von Geburt an zwar Fettgewebe, aber kein Fettgewebe, aus dem Wärmeenergie gewonnen werden kann. Somit sind Ferkel direkt nach der Geburt enorm kälteempfindlich. Hinzu kommt direkt nach der Geburt die feuchte Hautoberfläche der Neugeborenen, jeder kleine Windzug kann zusätzlich zu Verdunstungskälte führen. Zum Teil sind hier Temperaturverluste bei den Saugferkeln von bis zu 5 °C festzustellen.

Vor allem durch das häufig vorzufindende Muskelzittern können die Ferkel zwar kurzzeitig Wärmeenergie freisetzen, aber die Energiereserven werden dadurch rasch verbraucht. In den ersten zehn Lebenstagen ist die Haut- und Gefäßreaktion bei den Ferkeln noch nicht komplett ausgebildet. Eine Thermoregulation ist somit in dieser Zeit nicht gesichert.

Ferkelnest gut anordnen

Umso wichtiger ist es, dass die Abferkelbucht in zwei Temperaturbereiche unterteilt ist. Vor allem das Ferkelnest muss gut angeordnet werden. Neugeborene Ferkel mögen es am liebsten, wenn das Nest abgedunkelt, frei von Zugluft und mindestens 38 °C warm ist. Dieser Temperaturanspruch sinkt mit zunehmendem Alter der Saugferkel.
 
Eine gute Möglichkeit, den Ansprüchen von Ferkel und Sau gerecht zu werden, sind Ferkelnestabdeckungen. Sie finden in den vergangenen Jahren immer mehr Anwendung. Viele Sauenhalter arbeiten hiermit äußerst erfolgreich. Zum Teil reichen schon einfache Bretter, die über die Ferkelnester gelegt werden. Hierdurch wird erreicht, dass keine kalte Luft direkt auf die Ferkel fällt. Des Weiteren wird verhindert, dass Wärme ungenutzt aufsteigt und eventuell in den Bereich der Sau gelangt. Durch eine einfache Abdeckung wird ein Kleinklima im Nest geschaffen.

Oftmals ist in der Praxis der Einwand zu hören, dass durch Ferkelnestabdeckungen die Kontrolle der Ferkel erschwert wird, deshalb wird lieber darauf verzichtet. Je nachdem, in welchem Bereich das Ferkelnest in der Abferkelbucht angeordnet ist, ist der Einwand sicher berechtigt, dennoch gilt es abzuwägen.  

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe  10/2015 auf den Seiten 50 bis 51. Möchten Sie die LAND & Forst für einen Monat gratis zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

Auch interessant