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Weideaustrieb

Achtung Hufrehe – Sieben Vorsichtsmaßnahmen

Die Besatzdichte entscheidet über die Qualität der Beweidung
Felicitas Kaemena (Feldversuchsstation )
am
27.04.2018

Menge und Zusammensetzung des Weidefutters beeinflussen die Tiergesundheit. Fütterungsbedingte Hufrehe beim Pferd kann zum Problem werden.

Neben der Gefahr von Koliken wegen zu geringer Rohfasergehalte bei zu schnellem Anweiden, beeinflussen Menge und Zusammensetzung des Weidefutters auch deren Gehalt an Eiweiß und leicht löslichen Kohlenhydraten. Zu den Kohlehydraten zählen auch die Fruktane, welche zu den Mehrfachzuckern gehören. Fruktane können für die häufig auf Frühjahrsweiden auftretende, fütterungsbedingte Hufrehe beim Pferd verantwortlich sein.

Folgende Zusammenhänge müssen berücksichtigt werden

  1. Der erste Aufwuchs, bei Weidenutzung auch mehrere hintereinander folgende  Frühjahrsaufwüchse, enthalten mehr Fruktan als die späteren Sommer- und Herbstaufwüchse.
  2. Der Fruktangehalt ist umso höher, je intensiver die Globalstrahlung und je tiefer die  Nachttemperaturen sind.
  3. Abgeweidete Pferdeweiden und Mahdflächen weisen in den verbliebenen Restaufwüchsen höhere Fruktangehalte auf als blattreicheres Futter.
Pferd grast auf Weide

4. Fruktan reichert sich vorwiegend in der Stängelbasis an. Zwischen Schnittnutzung bzw. Mahd und Wiederauftrieb der Pferde sollte so lange gewartet werden, bis das Gras eine Wuchshöhe von etwa 10 cm erreicht hat, da der Fruktangehalt aufgrund des Verdünnungseffektes im Mittel innerhalb des Halmes abnimmt. Folglich steigt die Gefahr der Hufreheerkrankung bei Weidegang auf frisch abgemähten Flächen.

5. Artspezifische Unterschiede im Fruktangehalt der Gräser sind vorhanden. Weidelgräser enthalten in der Regel höhere Fruktangehalte als andere Grasarten. Der Weidelgrasanteil in Ansaatmischungen sollte 30 % nicht übersteigen. Weidelgräser vertragen hohe Trittbelastungen und einen tiefen Verbiss sehr gut und sind dadurch für Weideflächen anteilig sehr geeignet.

6. Durch entsprechende Formulierung der Ansaatmischung für Pferdeweiden kann der Hufreheerkrankung bei gesunden Pferden vorgebeugt werden, aber:

7. Hufreheprophylaxe, bei bereits an Hufrehe erkrankten Tieren, kann nur mit einem strengen Fütterungs- und Weidereglement bis hin zum totalen Weideverbot einhergehen.

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