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Rind

In alten Ställen automatisch füttern

von , am
23.09.2014

Altgebäude zwingen oft zur Handfütterung. Die Futtertische sind zu schmal für Mischwagen und Hoflader. Landwirt Wolfgang Möllering aus Haselünne ließ sich etwas Besonderes einfallen.

Vom Mischer transportiert ein Förderband das Futter in den Stall. © Ahlers

Wolfgang Möllering hält seine 250 Bullen in Altgebäuden. Schon lange war er auf der Suche  nach einer Lösung, um die Fütterung zu mechanisieren. Im Frühjahr nahm er 160.000 € in die Hand und nun werden seine Tiere per Knopfdruck gefüttert. Zuvor wurde der Stall für die neue Technik optimiert: Bongossispalten wurden durch Betonspalten ersetzt und auch der Gang wurde etwas höher gezogen.

Das Grundfutter gelangt per Gabelstapler oder Frontlader in den 12 cbm großen Mischer. Dazu kommt ein Stabilisator, um eine Erwärmung zu verhindern. Kraftfutter wird per Schnecke in den Mischer gegeben und eine zusätzliche Schnecke befördert es direkt auf das Förderband. Vom 45 cm breiten und 40 m langen Zentralband werden elf Bänder und fünf Futtertische beschickt. Der Grundfutteraustrag  läuft derzeit noch ungleichmäßig, hier soll es kurzfristig technische Veränderungen geben. Erforderlich ist kein unterbrochener Futtertisch in Längsrichtung des Gebäudes, sondern die Fütterungslinien können wie eine Kette verbunden werden, Abzweigungen sind möglich.  

Das Futter wird mit einem "Pflug" vom Futterband auf die Futtertische geschoben. Jede Gruppe bekommt die gewünschte Menge, die Fütterungsbereiche können auf 10 cm genau programmiert werden. Die TMR von 30 kg in der Endmast (10,2 kg TS)  besteht derzeit aus 67 % Silomais, 25 % Kartoffeln und 8 % Kraftfutter. Der Kraftfutteranteil erhöht sich in der Endmast bis 2,5 kg.

Kartoffeln aus dem eigenen Betrieb werden dann eingesetzt, wenn eine andere Verwertung ungünstiger ist. Die Kartoffeln kommen zuerst in den Mischer und werden dort 15 Minuten geschnitten, dann folgen die anderen Bestandteile. Zur TMR gehören auch noch 200 g Stroh pro Tier und Tag. Möllering füttert seine Tiere drei bis vier Mal täglich, allein schon das Geräusch der Anlage animiert zum Fressen.

Der Mäster kauft seine Fresser (zwei Drittel Fleckvieh) vom Handel oder direkt vom Aufzüchter; sie sind dann 130 bis 150 kg schwer und kommen zunächst in Vormastbuchten. Nach achtWochen erfolgt die Umstallung in den Endmaststall. Dort verbleiben sie bis zum SG von 420 bis 430 kg.

Der Bullenmäster steuert seine Anlage häufig über ein Tablet, Kameras im Stall verschaffen ihm den nötigen Überblick, wenn er unterwegs ist. Die Vorteile: Arbeitserleichterung und -ersparnis, eine höhere Futteraufnahme und die Nutzung der Altgebäude.
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