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Sonstiges

Von der Anmeldung zur Freischaltung

von , am
26.02.2014

Seit Oktober 2001 besteht das QS-System für eine gemeinsame Qualitätssicherung von Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch. Welche Voraussetzungen muss Ihr Betrieb erfüllen, um am System teilzunehmen?

Der Betriebsleiter sollte bei der Kontrolle einen Nährstoffvergleich vorlegen können. © Ahlers
In der Stufe Landwirtschaft gab es im Oktober 2013 in Deutschland rund 68.270 Betriebe, die dem QS-System angehörten. Und es werden immer mehr, vor allen Dingen im Rinderbereich. Eine Teilnahme erfolgt in drei Schritten. Mit der Registrierung bei einem Bündler über eine Teilnahme- und Vollmachtserklärung erklärt der Landwirt sich bereit, die Produktion und Dokumentation entsprechend den Erfüllungskriterien von QS zu handhaben.

In einer externen Kontrolle durch eine Zertifizierungsstelle wird festgestellt, ob die Voraussetzungen für die Teilnahme erfüllt sind. Dazu gleicht ein Mitarbeiter der Zertifizierungsstelle im Rahmen eines Betriebsbesuches die Kontrollpunkte mit den Gegebenheiten ab; das bedeutet sowohl einen Betriebsrundgang als auch eine Dokumentenkontrolle.

Sollte bei der Kontrolle und der abschließenden Prüfung durch die Zertifizierungsstelle festgestellt werden, dass die Voraussetzungen für die Teilnahme erfüllt sind, erhält der Landwirt das Zertifikat und somit seine Lieferberechtigung.

Checkliste immer Schritt für Schritt bearbeiten

Vor der Kontrolle muss der Betrieb sicherstellen, dass er für die Prüfung vorbereitet ist. Grundlage dafür ist die ab der Anmeldung jährlich auszufüllende Eigenkontrollcheckliste. Diese muss der Betrieb Schritt für Schritt - alleine oder mit Hilfe eines Beraters - im Vorfeld bearbeiten.

Die in der Eigenkontrollcheckliste geforderten Kriterien sind auch die Kriterien, die in der neutralen Kontrolle abgefragt werden. Die Unterlagen stellt der Bündler dem Betrieb zur Verfügung. Auch für eine Beratung ist der Bündler der erste Ansprechpartner für den Landwirt.

Es ist weiterhin darauf zu achten, dass die von dem Betrieb vorzulegenden Unterlagen den von QS geforderten Inhalten und Rahmenbedingungen entsprechen.
Neben der auszufüllenden Eigenkontrollcheckliste gibt es noch andere Unterlagen, die der Betrieb vor einer Kontrolle durch die Zertifizierungsstelle vorliegen haben sollte. Dazu zählen unter anderem ein Lageplan des Betriebes, die nach QS-Vorgaben ausgefüllten Betriebsdaten, ein Ereignisfallblatt und die Lieferscheine für Futtermittel, die chronologisch sortiert vorliegen sollten.

Auch die Lieferscheine für angelieferte Tiere (z. B. Mastferkel) und für relevante Dienstleistungen (z. B. Tiertransporteur, fahrbare Mahl- und Mischanlage) müssen vorhanden sein. Außerdem sollten ein Betreuungsvertrag und mindestens ein Besuchsprotokoll des Tierarztes vorliegen. Des Weiteren sollte der Betrieb einen Nährstoffvergleich bei der Kontrolle vorlegen können. Anwendungs- und Abgabebelege bei den Arzneimitteln sind ebenfalls von Tierarzt und Landwirt richtig ausgefüllt auf dem Betrieb aufzubewahren. Bei der Bekämpfung von Schädlingen (z. B. Mäusen) sollte ein Plan geführt werden.

Bei den neutralen Kontrollen vor Ort wird neben der Dokumentenkontrolle auch großes Augenmerk auf den Betriebsrundgang und das Wohlergehen der Tiere gelegt.
Dabei werden mitunter Mängel bei den Betrieben festgestellt. Diese können unter anderem die Sauberkeit des Betriebes in den Ställen, aber auch die Außenanlagen betreffen.
Weitere relativ häufig auftretende Mängel sind eine zu große Spaltenweite, fehlendes Beschäftigungsmaterial, zu wenig Licht oder zu wenige Tränken.

Bei seinem täglichen Betriebsrundgang sollte der Betriebsleiter im Hinterkopf immer die Kontrollpunkte von QS haben und den Betrieb unter diesen Aspekten betrachten. So muss er unter anderem darauf achten, dass die Buchten nicht überbelegt sind und die Tränken funktionieren.

Seit 2013 kann der Landwirt zwischen den Audittypen "zusätzlich unangekündigtes Spotaudit" oder den Audittyp "unangekündigtes Systemaudit" entscheiden.
Wenn sich der Tierhalter für den Audittyp "zusätzlich unangekündigtes Spotaudit" entscheidet, finden die regulären Systemaudits weiterhin angekündigt statt. Der Prüfer meldet sich frühzeitig beim Betrieb an und gemeinsam kann ein passender Audittermin festgelegt werden. Neben diesen regulären Systemaudits finden bei allen Betrieben, die sich für diesen Audittyp entschieden haben, zusätzlich stichprobenhaft (Rind 5 %, Schwein 20 % und Geflügel 50 %) zwischen zwei vollständigen Systemaudits Zwischenkontrollen (Spotaudit) statt.

Bei einem Spotaudit werden allerdings, ähnlich wie bei den bisherigen Stichprobenaudits, nur bestimmte Kontrollpunkte überprüft. Eine Auswirkung auf das nächste reguläre Systemaudit hat das durchgeführte Spotaudit nur im Falle einer K.o.-Bewertung.

Infos und die Liste der Bündler aus dem Internet

Sollte sich der Landwirt für den Audittyp "unangekündigtes Systemaudit" entscheiden, so wird der Betrieb bei diesen Kontrollen vollständig geprüft, da sie das ansonsten reguläre Systemaudit ablösen.

Dabei darf sich der QS-Prüfer bei diesem Audittyp maximal 48 Stunden (zwei Werktage) vor der geplanten Kontrolle, im Geflügelbereich 24 Stunden vorher, anmelden.
Eine Liste der zugelassenen Bündler im QS-System, die geltenden Leitfäden (Rind, Schwein, Geflügel), Eigenkontrollchecklisten sowie weitere Informationen hat QS unter www.q-s.de veröffentlicht.

Ansprechpartnerin bei der LWK ist Kirsten Murek, Tel. 0441-801403.
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