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Tierseuche

Wenn die Blauzunge im Anmarsch ist

Rinder am Fressgitter
Christiane Gromöller
am
09.08.2019

Die Blauzungenerkrankung bei Rindern und Schafen ist in Niedersachsens Beständen auch weiterhin eine Gefahr. Zur Vorbeugung und Behandlung kann die Homöopathie Unterstützung leisten. Hier praktische Tipps.

on_Blauzungeschaf

Das Blauzungen-Virus (Blue tongue-virus, BTV) mit dem Serotyp 8 ist in einigen Regionen Deutschlands wieder auf dem Vormarsch. Niedersachsens Rinderbestände sind weiterhin gefährdet.

Laut Friedrich-Löffler-Institut (FLI) ist erst bei einer Durchimmunisierung nach Impfung von 80 % der Tiere davon auszugehen, dass eine Verbreitung des Virus gestoppt werden kann. Diesen Impfdurchsatz wird man nicht mit Impfungen auf freiwilliger Basis erreichen.

Unterschiedliche Serotypen

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Noch ist unklar, ob sich in naher Zukunft weitere Serotypen wie Typ 4 in Deutschland etablieren, die dann von der Impfung mit reinen Virussertyp 8-Vaccinen unberührt blieben. Restriktionsgebiete mit entsprechenden Handelsbeschränkungen für empfängliche Tiere aufgrund von nachgewiesenen Infektionen sind eingerichtet.

Aktuell scheint die Erkrankung nicht so heftig in ihrer Symptomatik zu verlaufen, wie es seit 2006 beim ersten Ausbruch in Deutschland beobachtet wurde. Laut FLI sind in der Schweiz allerdings bei Schafen sehr gravierende Verläufe beobachtet worden.

Konsequente Behandlung ist wichtig

Blauzunge-Rind

Zur Prophylaxe und auch Behandlung kann die Homöopathie Unterstützung leisten. Wichtig ist hierbei das Einhalten des Tierarzneimittelgesetzes. Halten Sie dazu Rücksprache mit Ihrem Tierarzt. Unerlässlich ist eine konsequente Behandlung mit Repellentien zur Vermeidung von Anflug und Stichen durch saugende und stechende Insekten, hier vor allem Gnitzen. Die können potenzielle Überträger von BT-Viren sein.

Zusätzlich kann hier mit dem homöopathischen Arzneimittel Ledum D 30 gearbeitet werden:

  • Es wird einmal wöchentlich verabreicht.
  • Homöopathische Arzneimittel werden über die Schleimhäute aufgenommen. So kann dieses Mittel in Wasser aufgelöst mittels Sprühflasche auf die Nase bzw. in die Nasenlöcher der Tiere versprüht werden, bei Kühen auch aufs Flotzmaul.
  • Einzelnen Tieren (kleinen Lämmern) könnten auch aufgelöste Globuli per Spritze eingegeben werden.

Was Sie tun müssen, wenn die Blauzunge-Virusverbreitung bevorsteht

Ist mit dem Verbreiten des Virus im eigenen Betrieb unmittelbar zu rechnen, können Sie folgende Präparate nutzen:

  • Das Kombinationspräparat Engystol ad us vet. regt die Abwehr der Tiere (insbesondere im Hinblick auf Virusinfektionen) an. Es sollte dann über drei bis fünf Tage verabreicht werden.
  • Zusätzlich oder alternativ können Sie Cistus incanus D 6 eingesetzen. Dieses Mittel hat die Attraktivität von Tieren für Zeckenbefall deutlich reduziert und könnte das Mittel Ledum in der Vorbeugung unterstützen. Es ist allerdings noch nicht bewiesen, ob es auch den Zuflug von Gnitzen auf Tiere reduziert.

Was Sie tun, wenn Sie gegen Blauzunge impfen wollen

Ist Impfstoff verfügbar und soll die Herde geimpft werden, bietet sich der Einsatz von Thuja C 30 zur Impfung an:

  • Dies kann bereits am Abend vorher und/oder am Impftag über die Tränken an alle Tiere verabreicht werden.
  • Alternativ können die Tiere auch bei der Impfung gleichzeitig mit einem Sprühstoß aus einer Sprühflasche mit in Wasser aufgelösten Thuja-Globuli versorgt werden. Dieses Mittel kann übermäßige Impfreaktionen dämpfen.
  • Sollte trotzdem bei einigen Tieren in den Tagen nach der Impfung Fieber oder eine starke Abgeschlagenheit zu beobachten sein, kann als Folgemittel Silicea C 30 ein- bis zweimal verabreicht werden.

Jede homöopathische Behandlung schriftlich dokumentieren

Beim Einsatz der genannten Arzneimittel ist zu berücksichtigen, dass diese keine Zulassung für Nutztiere haben. Bisher mussten sie daher vom Hoftierarzt umgewidmet werden.

Diese Umwidmungskaskade entfällt in Zukunft aufgrund der neuen EU-Arzneimittel-Verordnung. Diese muss jedoch noch bis 2022 in nationales Recht umgesetzt werden. Jede Behandlung ist schriftlich zu dokumentieren.

Beim Einsatz von homöopathischen Mitteln entstehen keine Wartezeiten auf Fleisch und Milch.

    Wie Sie bereits an Blauzunge erkrankte Bestände mit homöopathischen Mitteln behandeln, lesen Sie in der LAND & Forst 32/19.

    LAND&Forst

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