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Rinderhaltung

Checkliste Rinderkrankheiten: Was Sie gegen Paratuberkulose tun können

Dieser Artikel ist zuerst in der LAND & Forst erschienen.

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Mutterkuh leckt ihr frischgeborenes Kalb.
Mutterkuh leckt ihr frischgeborenes Kalb. © Vienna Gerstenkorn
von , am
09.08.2017

Die Tierseuchenkasse hat Paratuberkulose den Kampf angesagt. Erste Rinderhalter in Niedersachsen werden aktiv, bevor das Gesetz es vorschreibt. Was ist zu beachten.

Erste Rinderhalter in Niedersachsen sind bereits in das freiwillige Verminderungsprogramm eingestiegen, das von der Tierseuchenkasse angeboten wird. Bei der jährlichen Beprobung von Milchkühen auf BHV1 veranlassen Tierärzte oder Milchkontrolleure auch die Untersuchung auf Antikörper gegen den Erreger der Paratuberkulose, Mycobacterium Avium subspecies paratuberculosis (MAP). Folgendes sollten Milchviehhalter dazu wissen:

  • In Kürze wird eine Verordnung erwartet, die Milchviehbetriebe zur Untersuchung auf Paratuberkulose verpflichtet.
  • Die Bekämpfung zielt nicht - wie bei BHV1 - auf eine Ausrottung des Erregers. Weil die Infektion unterschwellig in der Herde schwelen kann, ist das Ziel vorläufig eine Verminderung des Erregers.
  • Hygiene ist die wichtigste Maßnahme der Bekämpfung. Weil die Infektion überwiegend im ersten Lebensjahr erfolgt, gilt als wichtigster Leitsatz: Kein Kot ins Kälbermaul.
  • Eine Checkliste „Betriebsspezifischer MAP-Verminderungsplan“ können Sie hier herunterladen...

Es wird damit gerechnet, dass durch die Untersuchungen zum Verminderungsprogramm eine starke Infektion in etwa 5-10 Prozent der Betriebe nachgewiesen wird.

Paratuberkulose-Erreger ist tückisch

    „Mycobakterium avium subspecies paratuberculosis“, kurz MAP, ist der Erreger der Paratuberkulose. Die seit langem bekannte Infektionskrankheit der Wiederkäuer führt insbesondere bei Rindern zu

    • Minderleistungen,
    • Verlusten und
    • gelegentlich im Alter zu unstillbarem Durchfall, der nicht zu heilen ist und letztlich zum Tod des Tieres führt.
    • Der größte wirtschaftliche Schaden entsteht durch die Leistungsminderung und den dadurch bedingten frühzeitigen Verkauf der Tiere zur Schlachtung.

    Die Ansteckung findet vor allem im Kälberalter statt. Folgende Fakten sollten Sie als Rindhalter beachten:

    • Die Tiere nehmen den Erreger auf besonders während der Geburt und in den ersten Lebenswochen, solange die Kälber Milch bekommen.
    • Erkennbar ist die Infektion jedoch erst sehr viel später. Ab einem Alter von zwei Jahren zeigen sich die ersten Antikörper gegen MAP im Blut der Rinder.
    • In diesem Alter werden die Tiere auch ansteckend, indem sie den Erreger zunehmend über Kot und Milch ausscheiden.
    • Aufgrund dieses Infektionsverhaltens konzentriert sich die Bekämpfung von MAP auf die Optimierung der Geburts- und Aufzuchthygiene im Betrieb. Die oberste Maxime lautet: Kälber dürfen keinen Kontakt zum Kot erwachsener Tiere haben. Das gilt ganz besonders für Kot von Tieren, die als MAP-positiv getestet wurden.
    • In der Außenwelt können die Erreger zum Teil Monate überleben, wodurch die Infektion weiter getragen wird.
    • Anders als bei  den Infektionskrankheiten BHV1 (Bovines Herpes-Virus 1) oder BVD (Bovine Virus-Diarrhoe) vermindert das Entfernen der Reagenten allein nicht die Verbreitung der Infektion im Bestand. Aufgrund der verzögerten Reaktion der Tiere auf die Infektion werden die ausscheidenden Tiere nicht rechtzeitig erkannt und können schon die nächsten Kälber anstecken, bevor sie erkannt werden.
    • Den „Niedersächsischer Leitfaden Biosicherheit in Rinderhaltungen“ mit Anlage zur Biosicherheit bei der Paratuberkulose-Bekämpfung können Sie hier herunterladen...

    Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst 32/17 ab Seite 45. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

    Weitere Informationen finden Sie unter www.ndstsk.de

    Mit Material von Dr. Matthias Link
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