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Deutsche Milchkontor

DMK-Tagung: Zufrieden ging keiner nach Hause

Jan-Gerd Ahlers, LAND & Forst
am
25.02.2016

Osterholz-Scharmbeck - Sechs Stunden engagiert diskutiert wurde am Dienstag bei der außerordentlichen Vertreterversammlung. Im Mittelpunkt stand die schwache Auszahlungsleistung: 2015 waren es nur 27,6 Cent.

Nur eine irische Molkerei und die niederländische Doc Kaas, mit der sich das Deutsche Milch-Kontor (DMK) auch noch zusammenschließen will, haben EU-weit weniger Milchgeld gezahlt.2015 gab es eine schwache Auszahlungsleistung von nur 27,6 Cent.

Alles in allem gab es Gründe genug für eine außerordentliche Vertreterversammlung. Die fand am Dienstag statt. 84 % der Vertreter waren angereist, eine Rekordbeteiligung.

Schonungslose Diskussion beim Deutschen Milch-Kontor

Diskutiert wurde auf der nichtöffentlichen Versammlung sechs Stunden lang - nach Aussagen von Beteiligten sehr engagiert und offen. „Solange ich das Unternehmen kenne, hat es eine solch schonungslose Diskussion noch nicht gegeben“, sagte ein Vertreter gegenüber der LAND & Forst.

 
Alles sei auf den Tisch gekommen, nichts sei schöngeredet worden. Wer aber tatsächlich auf Zusagen für höhere Auszahlungspreise gehofft hatte, wurde enttäuscht. Denn die Marktaussichten geben keine bessere Prognose her. „Es war alles in allem sehr ernüchternd“, fasste der Vertreter zusammen.

Langfristige DMK-Strategie insgesamt richtig

Diese Grundstimmung bestätigte Otto Lattwesen, der sich als Aufsichtsrat nach der Versammlung den Fachjournalistenfragen stellte. „Keiner geht heute zufrieden nach Hause“, stellte er mit Blick auf die Marktentwicklung fest. Doch habe die Diskussion auch gezeigt, dass die langfristige DMK-Strategie insgesamt richtig sei.

„Es war ohne Alternative, das Unternehmen fit für die Zukunft zu machen. Unser Problem ist, dass einfach zu viel Milch auf dem Markt ist.“ Lattwesen bezifferte die ausgesprochenen Kündigungen auf 594 Mio. kg oder neun Prozent der Milchmenge.

Kampf um große und kleine Betriebe

Die meisten Kündiger produzieren in Thüringen, Hessen und im Sauerland. „Wir wollen um alle kämpfen - um die kleinen Betriebe genauso wie um die großen“, versprach Lattwesen.

Strategische Ausrichtung der DMK bleibt

Eine der Kernbotschaften aus dem Unternehmen war, dass es bei der strategischen Ausrichtung bleibt. Um die Auszahlungsleistung zu verbessern, setzt die DMK-Gruppe national und international weiterhin auf die vier Geschäftsfelder Milchprodukte, Käse, Ingredients und Tochterunternehmen.

Gerade hier hatten Vertreter aber beine Schieflage bemängelt. Einer der Eckpfeiler soll daher der Ausbau des Markengeschäfts bleiben.

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