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Geflügelhaltung

Einstreu: Gutes Management lohnt sich!

Dr. Peter Hiller und Mathias Klahsen von der LWK Niedersachsen
am
03.08.2016

Picken, Scharren, Staubbaden: für Geflügel eine beliebte und gesundheitsfördernde Freizeitbeschäftigung. Tipps für Ihr Einstreumanagement in der LAND & Forst 31.

Die Fußballengesundheit wird beim Geflügel als aussagefähiger Indikator für die Beurteilung der Tierhaltung genutzt. Eine feuchte und verkrustete Einstreu schafft Probleme und muss daher durch geeignete Managementmaßnahmen frühzeitig verhindert werden. Futter und Wasser sind dabei effektive Einflussfaktoren, die einfach verändert werden können.

Bisweilen wurde in der Legehennenhaltung mit Einstreu, zumeist in der Eingewöhnungsphase, sehr sparsam umgegangen, um ein Verlegen der ersten Eier zu vermeiden. Wenn jedoch der Schnabel ungekürzt bleibt, benötigen die Hühner Beschäftigung.

Gar nichts geht nicht

Die Einstreu muss den Hennen ab dem ersten Tag gereicht werden. Hier gilt der Grundsatz: Gar nichts, geht nicht, aber weniger ist oftmals mehr! In der Hähnchenmast, in der Junghennenaufzucht und in der Legehennenhaltung wird von einer einstreuarmen Kotmatratze gesprochen. In der Puten-, Enten- und Gänsemast ist eine einstreureiche Matratze sinnvoll, die ständig nachgestreut werden muss.

Hierzu wird hartes Langstroh verwendet. In der Putenmast wird zum Teil auch gerne mit langem Gerstenstroh nachgestreut. Selbstverständlich sollte nur qualitativ hochwertiges und schimmelfreies Stroh verarbeitet werden. Besonders Puten reagieren oft mit einer Aspergillose (Schimmelpilzerkrankung) bei schlechten Qualitäten.

Einstreu hart, beweglich und nicht festpappend

In der heutigen Klimatechnik moderner Geflügelställe ist weniger das Wasserbindevermögen der Einstreu hervorzuheben, als vielmehr die Abgabe des vorhandenen Wassers aus der Einstreu.

Daher gilt der Grundsatz, dass die Einstreu hart, beweglich und nicht festpappend sein soll. Die ausgebrachte Einstreumenge je m² Stallbodenfläche liegt bei durchschnittlich 600 g bis 1.000 g je m².

Ersteinstreu aus Granulaten

Dies gilt grundsätzlich auch für die Jung- und Legehennen. Die Ersteinstreu im Legehennenstall kann auch aus Granulaten unterschiedlichen Ursprungs (z.B. Holz, Dinkel, Stroh) bestehen. Darüber hinaus kann die Ersteinstreu im Innenstall wie im Kaltscharrraum aus einer dünnen Schicht Sand sein.

In der ersten Phase nach Einstallung sollte berücksichtigt werden, dass hungrige Junghennen dazu neigen, die Einstreu zu fressen. Daher ist in dieser Phase

  • die ausreichende Futteraufnahme und
  • die Erstaufnahme von Futter für die Hennen sicher zu stellen.

Bei Steinchen aufpassen

    Sand bzw. Sandsteinchen werden als Mahlhilfe im Muskelmagen benötigt und ebenfalls gern von der Henne aufgenommen. Manche Herden sind sehr gierig auf Steinchen: Wenn sie in den Auslauf kommen, füllen sie sich den Kropf mit Sand und Steinchen so massiv, dass die Futteraufnahme leidet.

    Hier muss dementsprechend Vorsorge getroffen werden. Im Klartext: Tiere in der Junghennen-, Öko- und Freilandhaltung sind vor der Freilandphase an Steinchen zu gewöhnen.

    Mehr über das Thema lesen Sie in die LAND & Forst Ausgabe 31/2016 auf den Seiten 38 bis 39. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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