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Rind

Erlass sorgt für mehr Klarheit

von , am
29.07.2015

Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat mit dem Erlass vom 8. Juni 2015 einige rechtliche Klarstellungen für das betäubungslose Enthornen von unter sechs Wochen alten Kälbern getroffen.

Eine fachliche Einweisung durch einen Tierarzt ist erforderlich und muss schriftlich bestätigt werden. © Bergmann
Das Enthornen ist aus tierschutzfachlicher Sicht die Amputation eines Körperteiles. Dieses ist laut Tierschutzgesetz (TierSchG) nur zulässig, wenn es im Einzelfall für die vorgesehene Nutzung des Tieres zu dessen Schutz oder zum Schutz anderer Tiere unerlässlich ist (§ 6 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 TierSchG). Die Verwendung von thermischen Enthornungsgeräten (Brennkolben) ist bei ordnungsgemäßer Anwendung aus tierschutzfachlicher Sicht die Methode der Wahl.

Fachliche Einweisung durch Tierarzt

Sofern das Enthornen von unter sechs Wochen alten Kälbern und die Gabe der Medikamente durch den Tierhalter erfolgt, verlangt das Ministerium eine schriftliche, formlose tierärztliche Bestätigung über die fachliche Einweisung.

Der neue Erlass ist CC-relevant! Das Ministerium weist darauf hin, dass die Durchführung der Enthornung ohne Sedation und Schmerzausschaltung eindeutig einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstellt und somit auch CC-relevant ist (Cross Compliance; Artikel 11 der Richtlinie 2008/119/EG über Mindestanforderungen für den Schutz von Kälbern sowie Artikel 10 Absatz 2 und Nr. 19 des Anhangs der Richtlinie 98/58/EG). Erste Rückmeldungen von Landwirten zeigen, dass die Veterinärämter der einzelnen Landkreise schon Verstöße geahndet haben.


Details zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 31/2015 auf Seite 48. Möchten Sie die LAND & Forst für einen Monat gratis zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

 


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