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Schwein

Ferkel: Optimal versorgt ins Leben starten

von , am
01.09.2015

Die Erstversorgung neugeborener Ferkel wird in der Praxis meist am Tag der Geburt durchgeführt. Welchen Einfluss diese Maßnahme auf die weitere Gewichtsentwicklung der Ferkel hat, lesen Sie in der LAND & Forst 36.

Gerade in den ersten Tagen nach der Geburt ist das Wärme-bedürfnis der Ferkel sehr hoch. © Tiedje

Zur Erstversorgung der Ferkel zählen alle notwendigen Maßnahmen, die den Tieren einen optimalen Lebensstart ermöglichen. Im Rahmen einer Untersuchung auf einem Praxisbetrieb wurde die Frage gestellt, ob sich der erste Behandlungstermin bei Saugferkeln auf ihre Gewichtsentwicklung in der Säugezeit auswirkt. Dafür wurde in erster Linie geprüft, ob eine Verschiebung der Erstversorgung auf den vierten Tag nach der Geburt positive Einflüsse auf die Gewichtsentwicklung hat. Außerdem wurde untersucht, ob es einen Effekt hat, wenn die Ferkel nach der Erstversorgung direkt in das beheizte Ferkelnest gesetzt werden.

Vitalität abhängig vom Geburtsgewicht

Das Ferkel muss sich ab der Geburt mit einer Vielzahl von Faktoren auseinandersetzen. In diesem Zusammenhang wird oft von der Vitalität der Ferkel gesprochen. Indikatoren für die Feststellung der Vitalität von neugeborenen Ferkeln sind zum Beispiel die Dauer bis zum ersten Gesäugekontakt oder die Zeit bis zur ersten Milchaufnahme. Die Vitalität ist unter anderem abhängig vom Geburtsgewicht.
 
Ferkel kommen ohne Fett- und Energiereserven zur Welt. Darum gilt es möglichst schnell Kolostrum in ausreichender Menge aufzunehmen. Nach der Geburt sind die Ferkel der Gefahr des Auskühlens ausgesetzt. Durch das Verdunsten von Fruchtwasser gibt das Ferkel Wärme ab und der Blutzuckerspiegel fällt. Außerdem sind die Ferkel zu diesem Zeitpunkt noch nicht fähig, die eigene Körpertemperatur zu halten.

Leichte Ferkel kühlen schneller aus

Hinzu kommt, dass das Ferkel eine ziemlich große Körperoberfläche im Vergleich zu seiner Körpergröße hat. So fällt die Temperatur bei leichten Ferkeln schneller ab als bei schwereren Tieren. Je leichter das Ferkel geboren wird, desto länger benötigt es, um das Gesäuge aufzusuchen. Allerdings gibt es auch untergewichtige Ferkel, welche schnell das Gesäuge finden und Kolostrum aufnehmen. Bereits der Geburtsvorgang an sich ist für das Ferkel eine Belastung. Es stellt sich also die Frage, ob Ferkel, die bereits an Gewicht zugelegt haben, die Wurfaufnahme besser verkraften, da sie nicht mehr von der Geburt geschwächt sind.
 
Im Zuge einer vierwöchigen Untersuchung wurden Würfe am ersten oder am vierten Tag nach der Geburt versorgt. Dem Ferkel soll der beste Start ins Leben ermöglicht werden. So ist die Eisengabe am ersten beziehungsweise dritten Tag Routine. Ferkel kommen mit einem zu geringen Gehalt an Eisen im Blut zur Welt, den die Sauenmilch nicht ausgleichen kann. Durch eine unzureichende Versorgung mit Eisen wird das Ferkel in der Entwicklung gehemmt, da zu wenig neue rote Blutkörperchen gebildet werden.
 

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