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Schwein

Ferkelproduktion: So klappt der Wurfausgleich

Carmen Horstrup, LWK Niedersachsen
am
08.05.2019

Per Wurfausgleich kann man große Würfe und Leistungsunterschiede zwischen Sauen abfedern. Hier Hinweise der LWK Niedersachsen.

Ein wichtiges Leistungsmerkmal der Sauenhaltung ist die Anzahl an abgesetzten Ferkeln pro Sau und Jahr. Durch die verbesserte Fruchtbarkeit der Sauen ist die Anzahl lebend geborener Ferkel pro Wurf in den vergangenen zwei Jahrzehnten gestiegen.

Dies stellt die Landwirte vor erhöhte Managementanforderungen und verstärkt die Notwendigkeit des Wurfausgleichs. Die LWK Niedersachsen präsentiert dazu wichtige Untersuchungsergebnisse der Versuchsstation für Schweinehaltung in Wehnen.

Keine erhöhte Saugferkelsterblichkeit

Nachfolgend haben wir wichtige Ergebnisse für Sie zusammengefasst:

  • Durch den Wurfausgleich kann die Anzahl abgesetzter Ferkel erhöht werden.
  • In der Versuchsstation Wehnen der LWK zeigten versetzte Ferkel keine erhöhte Saugferkelsterblichkeit.
  • Die Gewichtsentwicklung dieser Ferkel während der Säugezeit befand sich auf einem ähnlichen Niveau wie bei den Ferkeln, die von der genetischen Mutter gesäugt wurden.
  • Bei gutem Management ist der Wurfausgleich eine sehr hilfreiche Praxis in den Ferkelerzeugerbetrieben.

Wichtige Managementanforderungen für Schweinehalter

Beim Versetzen von Ferkeln sollten Schweinehalter wichtige Managementanforderungen beachten wie:

  • Nicht jede Sau ist geeignet, fremde Ferkel als Amme mitaufzuziehen. Hier ist immer die Einzelfall-Beurteilung durch den fachkundigen Sauenhalter gefragt. Wichtig ist die Kondition der Sau.
  • Ein Umsetzen der Ferkel sollte grundsätzlich durchgeführt werden, wenn die Anzahl lebend geborener Ferkel die Anzahl funktionsfähiger Zitzen der Sau übersteigt. Weitere Gründe können sein: vorhandener Milchmangel, akute Erkrankungen oder Tod der Muttersau.
  • Vor dem Wurfausgleich sollte jedes Ferkel ausreichend Biestmilch der eigenen Muttersau aufgenommen haben.
  • Am besten die stärksten Ferkel eines Wurfes umsetzen.
  • Die Versetzung sollte zeitlich begrenzt stattfinden, da 48 bis 72 Stunden nach der Geburt die Zitzenordnung festgelegt ist.
  • Um den Ferkeln den Start im neuen Wurfgefüge zu erleichtern, sollten diese zum Beispiel während eines Säugeakts angesetzt werden. Dabei können sich die zugesetzten Ferkel den neuen Wurfgeschwistern geruchlich anpassen und fallen der Sau weniger als fremd auf.
  • Würfe, zu denen Ferkel zugesetzt wurden, sollten nachfolgend besonders gut beobachtet werden.

 Weitere Tipps der LWK Niedersachsen lesen Sie in der LAND & Forst 19/19.

LAND&Forst

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