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Geflügel

'Für den Ernstfall gut gerüstet!'

von , am
19.03.2014

Vergangene Woche ist in einem größeren Freiland-Legehennenbetrieb in der Grafschaft Bentheim eine milde Form der Vogelgrippe amtlich festgestellt worden. Es ist wohl zu keiner Ausbreitung gekommen.

Schnelles Reagieren ist oberstes Gebot: Auch die Feuerwehr leistete Hilfestellung beim Vogelgrippefall in der Grafschaft Bentheim. © nord-west-media
Am Dienstag der Vorwoche hatte sich der Verdacht einer Infektion mit der milden Form der Vogelgrippe (Subtyp H5N1) auf einem Betrieb in der Samtgemeinde Emlichheim, Landkreis Grafschaft Bentheim, bestätigt - durch Untersuchungsergebnisse des Nationalen Referenzlabors des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) auf der Insel Riems.

38.000 Legehennen

Im betroffenen Betrieb mit 38.000 Legehennen in Freilandhaltung wurden alle Tiere tierschutzgerecht getötet - durch die im Emsland und in der Grafschaft Bentheim zuständige Emsländische Geflügelseuchenvorsorge GmbH, bzw. die von ihr beauftragte Firma Vetcon. Nach Aussage von Dr. Hermann Kramer, Leiter des Kreisveterinäramtes,  verlief die angeordnete Tötung des Bestandes hoch professionell: "Es waren mehrere Teams mit fachkundigem Personal vor Ort, so dass der Einsatz sehr zügig abgeschlossen werden konnte." Um eine Ausbreitung in einer Region mit hoher Tierdichte zu verhindern, sei schnelles Umsetzen von Anordnungen zwingend notwendig, so der Amtleiter. "Wir sind gut gerüstet", lautete denn auch sein Resümee. Positiv vermerkte er zudem die Unterstützung durch die Task-Force Veterinärwesen des LAVES und die gute Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftministerium in Hannover.

Die Maßnahmen bei einem niedrig pathogenen Influenzageschehen bestehen unter anderem in der Einrichtung eines Sperrgebietes von 1 km um den Ausbruchbetrieb. Geflügel darf nicht in sowie aus diesem Sperrgebiet verbracht werden. In dem aktuellen Sperrgebiet befinden sich drei weitere Geflügelhaltungen mit insgesamt 73.540 Tieren. Mehrere Teams der Veterinärbehörde des Landkreises untersuchten und beprobten diese Geflügelhaltungen und auch alle ermittelten Kontaktbetriebe.

Sieben Betriebe beprobt

Bereits am Freitag vergangener Woche konnte jedoch Entwarnung gegeben werden. Die insgesamt in sieben Betrieben genommenen Proben waren alle negativ. Gibt es 21 Tage nach Reinigung und Desinfektion des ursprünglich betroffenen Betriebes keinen neuen Fall, können die Sperrmaßnahmen aufgehoben werden.

In Deutschland werden regelmäßig Monitoring-Untersuchungen in Geflügelbeständen und bei Wildvögeln durchgeführt. Diese haben in Niedersachsen bisher keine Hinweise auf ein sich ausbreitendes Influenzageschehen ergeben. Darüber hinaus werden in Geflügelbeständen spezielle Eigenkontrolluntersuchungen durchgeführt. Auch hier haben sich bisher keine Hinweise auf weitere Erkrankungen ergeben.

Von der milden Form der Vogelgrippe geht keine Gefahr für Menschen aus.

Fälle in den Niederlanden

Ende vergangener Woche wurde vom Pressedienst AVA der Ausbruch einer ebenfalls niedrig pathogenen H5-Vogelgrippe-Infektion bei einer Freilandhaltung im niederländischen Gelderland gemeldet. Laut Agrarministerium in Den Haag wurde auch dieser Bestand geräumt. In den Niederlanden kommt es immer wieder zu Vogelgrippeausbrüchen in Legehennen-Freilandbetrieben. Da die Quarantänemaßnahmen, Verbringungs- und Exportverbote auch umliegende Geflügelbetriebe mit Stallhaltung betreffen, stehen die niederländischen Freiland-Geflügelhalter in der Kritik ihrer Berufskollegen.

Als Reaktion auf den Ausbruch der Vogelgrippe in der Grafschaft Bentheim hat das Hongkonger Zentrum für Lebensmittelsicherheit den Import von Geflügelfleisch und -produkten einschließlich Eiern aus Niedersachsen mit sofortiger Wirkung untersagt. Im vergangenen Jahr gingen rund 8.000 t deutsches Geflügelfleisch als Tiefkühlware nach Hongkong.
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